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Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1861 (Nr. 191-202)

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https://doi.org/10.11588/diglit.1811#0014
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> Zweihunderl vierzigstes Prvtoeoll

d es

Lentral-Tombau-Vereins-Vorstandes.

Berhandelt zu Köln im großen Rathhaussaale Montag drn 25. März l86l,
RachmittsgS 4 Uhr.

Anwelend die Herrcn: E sser N., Präsident; v. Baudri, Nicolovius,
DuMoni >r., Berghaus, Berh agen, A.Heimann, Merlo, Rsggen,
Bariman, Bocker, Sckeper, Zwirner, v. Haass I-, Rolshausen,
Kreuser, Breuer, PüH, Aldenhoven, M- DuMoni sr., Ssydlitz,
v. Vill, Lhr. Herriger; Meuser, Protocollsührer.

EntsSuldigt die Herren: F. Heuser, v. Vosen, von Ammon,
v. A. Reich ensperger, Schaurte, von Wittgenstein, Pexps,
Grosman, Franck, Michels.

Der PrLiident eröffnet die Sitzung mit derTrauer-Nnzeigevom Tode
Sr. Duichlaucht des Färsten ProSpsr 'Lud wiz v. Arenberg. Er schildert
die B-rdienffe dtS Berewigttn um die Dsmbau-Sache, die ihm im Herzen
aller VereinS-Gsnoff-n ein dansrndeS Denkmal der Erinnerung schon längst
gefttzi habe», und nenni es etne schuldige Pflicht der Dankbarkeit, das An-
denken an den boben Lcrstorbene», der durch die glänzendsten Tigsnschasten
deS Thärakrers und drS HerzenS stch ausgezeichnet und in edler Weise Re-
Ligion und Kunst stets opferwillig gipflegt und das Wohl dcr Mitbürger
gcförderk bsbe, auch im Protocolle ;u ehren. — Dsr Präsident theilt
hierauf das solgende Condolenzschreiben mit, welchss der Ausschuß dem Sohne
des hohen Vcrstorbenen einreichen zu müssen geglaudt hat. Der Lorstand,
einverffanden mit dem Jnhalte, stimmt den darin au-gesprochenen Gefühlen
der Theilnabme zu.

„Sr. Darchlauchi dem Herrn Herzoge Engelbert von Arenberg

rc. rc. in Brüffcl.

„Die Trauerbotschaft von dem Hintritte Höchstihres durchlauchtigsten
Batsrs, deS Herrn Hcrzogs Prosxer Ludwig von Are«berg,hat uns aufdaö
schmcrzlichfie berührt. Wie so viele den edlen Heimgegangcnen innig ver-
ehrten und die Biederkeit seines Charakters, die »ortrefflichen Eigenschaftcn
seines Hcrzens dewunderten, so konnten wir inSbessndere Zeugniß vsn der
Theilnabme und Liebe geben, «omit der Hochselige religiöse und künstlerische
Zwecke förderte. Wir zählten den hohen Verstorbenen zu den kräftigsten
Stützen »nsercS DombaucS seit dem Bestehen deS Central-Dombau-VereinS,
seit welcher Zeit Hochstderselbe die wahrhaft fürstliche Miiwirkung zur Er-
reichung des Zieles unsercr destrebungen nicht unterbrochen bat. Noch in
dec Sitzung des Borfiandes vom 3st. Januar d. I. fühlte derselbe fich ge-
drungen, dcm Herrn Hcrzoge für diese andauernde Mithülfe öffentlich und
einstimmig d-n aufrichtigsten Dank nuszudrücken, damals nicht ahnend, daß
so bald schon dieftr Dankesäußerung der Ausdruck des Schmerzes üder dcn
Vcrlust dirses hohcn Gönners und Frcundes der Dombau-Sache folgcn werds.
Dieser AuSdruck ist ein aufrichtiger und tiefempfundener. Wir erachten eS
als eine schuldige Pflicht der Dankbarkeit, Tw. Durchlaucht unferen Schmerz
über das traurtge Ereigniß, welches Höchstffe und die hohe Familie hetroffen
hat, zn crkennen zu geben. Wollen Lw.Durchlaucht unsere BeilsidSbezeiaung
gnädig entgsgeunebmen, und dieselbe zugleich als Beweks unssrer innigen
Dcrebrung nnd Hochachtung gelten laffen.

„Köln, de» 2V. März 1861.

„Der VerwaltungS-Ausschuß
„des Central-Dombau-VereinS."

Der Dombau, fahrt der Präsident fort, habe noch einen erhedlichsn
Berlsst ftit der lctzien Sitzung zu deklazcn. Herr Joseph DuMont, der
als Berleger des Domblattes sich hochverdient um die Dombau-Ssche ge-
macht habe, sei gestsrben. Derselbe habe in dsr uneigennützigsten Weise, um
dem Jnteresse dsr Dombau-Sache zu dienen, seit dem Bestehen deS BereinS
nicht allein das Blatt, durch wslches die VereinSzwecke so erheblich gefördert
worden seien. unentgeltlich herauSgcgcben und mit großem Kostenauf-
wande alS GratiS-Beilage zuc Kälnischsn Zeiiung verbreitet, soudern auch
noch außirdcm den Ertrag eines Trtra-Abonnements des Domblattcs jähr-
lich der Bereins-Caffe zngewandt, und er habe außerdcm die <Äpalten
seiuer Zeitung zu Besprcchungen und Lnzeigen im Zuteresse der Dombau-
Sache stets kostenfrei geöffnet. Auch ftinrm Gedächtntff« gebübre als Zeichsn
der Anerkennung ber Verdienste eineö wohlwollenden Mitbürgers um dte
Dombsu-Sache eine theilnehmende Envähr.ung im Prokocolle, womit der
Vorstand fich einverstanden erklärt.

Hieravf wird daS Gahen-Verzsichniß dcs laufenden Msnates mitgeiheilt;
demgemäß ffnd eingegaagen:

1) Restzahlung aus den hiefizen Pfarreien .

2z Von der Äölnischen Hagel-Lerficheruugs-Geftllschast

3) Bon der Aachener uod Münchener Feuer-Dersicherunqs-

Eesellfchast.' . .

4) Bon HülfS-Vcreinen.

5) Lon den akadcmischrn Dombau-Bereincn zu Bonn

und Breslau.

6) Von snswärtigen Bereins-Miigliedern .

7) Erstag der beiden Opferkasten an der festen Rheinbrücke

8) An Zeugengebühren . . . . .

Summa

Ferner an außerordentlichen Beiträgsn zur Blsibe-
dachung deS Domes:

von der Stadt Aöln der Saldo des bewilligtsn

Zuschuffes.

von der diesjahrigen TarnevalS-Gesellschaft „Tar-

nevals-Congreß".

und sonst noch.

Thlr.Sgr.Pf.

9 1« —
500 — —

3VÜ

117

300

7

4

1

1240

ivooo

13

10

6

22

35

19

5

15

Summa 10054 20 3

Der Vorstand spricht Ler Aachenerund MünchenerFeuer-V-rsichernngs-
Geftllschaft, so wie der KSlntkchc» Hagel-Verfichcrungs-Gesellschaft ftinen
besonderen Tank für dis übciwicsenen schönen Beistäge zum Donibaue auö.

Der Präsident verlies't einen Cntwurs zur Einlakung dsr Vereins-
Gensffen sür die bevsrstehenve Wahl-VerssmmlnnZ, welcher die Genehmizung
deS VorßsndeS erhält.

Herr «renser trägt darauf an, daß die Ttnladung zur Äahl-Versamm-
lung ebensalls aa die Frau-n nnd Jungfraues KölnS g-rtchtet, eins beson-
dere Stelle ihnen angewtrsen uud dsr Wohl unseres Münsters in einer
eigenen Ansprache ihnen um so mehr ans Herz gelegt wrrde, a-s die Aus-
schmückuag der Kirchc (mit den kunüsimiigei- Texpichen isurde schou ein edler
Snfang gemacht) gerad- der rechten Evangelien- oder Frsueaseitr seit slt-
christlichen Tägen auheimsalle.

Luf Veranlaffung des Verwaltungs-Ausschuffes sind bei der hiesigen
Schiffbrücke in gleicher Weise, wie bei drr festen Rhrinbrücke, Opferkasten
sür den Dombaü anaebracht worden, bei welcher Gelszenheii die Directlon
der Köln-Mindenrr Eisenbahn-Geftll'chafi in gewshuler Weise ihre Bercii-
willrgkeit zur Mithülfc au dem großen BereinSzwkcke gezeigt hat.

ES erfolgt darauf die Verlcsung drr solgenden Acceptations-Urkunde
Sr. Eminen; des Herrn Erzbischofs von Köln:

„Wir Jshannes, unter dcm Titcl deS heiltgeu Laurerittus auf dem
Viminal, der heiligen römischen Airche Cardinal-Driesier von Geissel,
durch Goites Barmherzigkeit und des beiligen Lpoßoltschen Stuhles Gnade
Erzbischos von Köln, deSftlben Lpostslischen Stuples gebsrner Legat rc.

„Rachdem der Lorftand d>s hiesigen Central-Dombau-Bereinsbeschloffen
bat, aus den cingegangenen Vereins- und sonftigen Beiträgcn zum Fortbau
des kölner DomcS prs i860, und zwar:

a) für dsn Bau im Allgemeinen ..... 3l,000 Thlr.,

d) für die Eindcckuug des Domdaches und Miitelihurmes 15.000 Thlr„

überhaupt 46,000 Thlr.,

gcschricben sechsundvierzig Tauftnd Thaler, zu überweisen, und diese Summe
von dem Verwaltungs-AussLusse deö Central Dombau-Vereir-s bereitS wirk-
ltch an die Dombau-Caffe abgeliefcrt wordcn ist, haben Wir mit Bezug auf
daS Ministcrial-Re'cript vom 2!. Juni 1843 und nach Einficht des Art. 113
des die Airchenfsbrtkcn bctreffenden Decrets vom 30. December 1809 über
das fthr schatzbare, nrit libbastem Danke angenommcus und zu dem bestimm-
ten Zweckc bereits verwendete Gcsche»! vos sechsundvierzig Tausrnd Thalern
die gegenwärtige Acceptations Urkunde unter B-idrückung Uuseres großen
JnstegelS nachträglich ausgcstellt und eine Original-Ausfertigusg dem Wohl-
löblichen Derwaltungs-Ausschuffe des Central-Domban-BsreinS hiedurch zu-
gehen laffen.

„Koln, den 20. Februar 1861.

„Der Erzbischof von Köln,

„st Johannes Cardinal von Getssel."
Vorgelesen, genehmigt, unterschrieben.

(gez.) Esser II. -- Ricolovius. — A. Heimanu. — DuMsnt sr-
— W. Breuer. — Berghaus. — Kreuscr. — I. I. Merlo.
— F. Aldenhoven. — Roggen. — Mich. DuMont zr. —
Sepdlrtz. — Chr. Hcrriger. — v. V,ll. — W. Pütz. —
G. 8. Böckcr. — Aerhsgen. — H. Scheper. — Zwrrner.
— Wilhelm Meuser.

213. Gaben-Vcrzeichntß.

Jm Monat März c. find eingcgangen:

1) Don der Kölnischen Hagel-Berficherungs-Gesellschast

2) Bon der Aachener und Mdnchensr Feuer-Verficherungs-
Geftllschaft (Prämien-Antheile sür das Jahr 1860)

S) Restzahlung aus den hicsigen Pfarrbezirkrn

4) Aus den beiden Opferkasten an der scsten Rheinbrücke

5) Bom Hülfs-Berein zu Branweiler

6) » » » Malmedp

7) » » » Zülich

8) » » » Wshn-Hevmar (aus der Pfarre

Langel) .

9) Bom akademischen Dombau-Vcrein zu Bonn .

10) Vom akadsmischen Dombau-Berein zu Breslau

11) Bon Herrn Rector Bolling in Evinghovsn

12) Bou Herrn Pfarrer Jumpertz tn Dürrig

13) Von Herrn Gpmnesial-Direcror Rattmsnn in Emmerich

14) ZeusengcLühreu: von Herrn Pf. 16 Sgr., Herrn O
Schm 12 Sgr. und Frl. Cr. 24 Sgr. .

Summa

Hicrzu die Ernnahme an gewöhnlichen Beiträgen
pro Januar und F-bruar c. (ok. Nr. 192 d. Bl.) mit
Summa der gewöhnlichen Beiträge
An anßerordentlichen Beitragen für die Ein-
deckung Ses Domdaches und Mittelthurmes find ein-
gegangen:

!m Monat Januar . . . 5546 6 2

im Monat Februar . . . 62 22 4

im Msnat März:

n) von der hiefigcn Stadtcaffe der Rcst

des von der Stadt Köln bewilligtsn
Zuschuffes . . 10000 - —

b) von der drrsjährtgen
Tarnevals -Gesellschast
Carnevals - Congreß 35 5 —

o) sonst noch - . 19 18 3

Thlr.Sgr.Pf.

500



300


9

10

4

6

14

10

18

15

71

3

13

15

170



130



1

10

3



3



1

22

0240

1

>615

12

4655 14

10054 20

15663 18 9

Köln, 3i. März 1861.

Ueberhaupt . . . 20519 3

Der Berwsltungs-Ausschuß
des Central-Dombau-VereinS.
 
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