Kunstmarkt: Wochenschrift für Kenner u. Sammler — 10.1913

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DER KUNSTMARKT

180 Kniende Figur der heiligen Magdalena. Ant-
werpen, um 1520 ..200
181 Gruppe: die Kreuztragung. Antwerpen, um 1500 330
182 Holzfigur einer betenden Maria. Span., 16. Jahrh. 4170
183 Reliefgruppe. Niederländisch, um 1600 . . . 820
184 Eichenholzsockel. Niederländisch, um 1500 . 1100
185 Konsole. Engel.270
186 Nußholzkonsole. Ende 18, Jahrh. 110
Gesamtresultat des zweiten Tages: 475616 M.
Insgesamt: 1002191 M.

Die Auktion bei C. G. Boerner in Leipzig vom
28. bis 30. November verlief in animierter Stimmung unter
zahlreichem Besuch und starker Beteiligung auswärtiger
Käufer. Über die Ergebnisse werden wir im einzelnen in
der nächsten Nummer die Liste veröffentlichen, doch seien
die interessantesten Stücke hier vorweg notiert: Der
Scheibenriß des Hausbuchmeisters aus der Sammlung
Becker ging für 4500 Mark an Prestel in Frankfurt; über-
raschend groß waren die für Ludwig Richter gebotenen
Preise, und der Erwerb der im Katalog farbig abgebildeten
Nummer 66 für den Fürsten Liechtenstein zum Preise von
5700 Mark ist wohl ein Höhenrekord für ein Richtersches
Aquarellblättchen. Stark gesteigert waren dann die vier
(allerdings ganz hervorragenden) großen Zeichnungen von
Anselm Feuerbach. Der farbig aufgehöhte Entwurf zur
ersten Iphigenie brachte 4600 Mark (Kirstein, Leipzig); für
die trauernde Okeanide (Studienblatt zum Wiener Decken-
bild) zahlten Amsler & Ruthardt (Berlin) 7600 Mark; die

bildmäßig gefaßte Szene am Springbrunnen kaufte Dr.
Weigmann aus München für 4100 Mark; und die ebenfalls
zum Wiener Deckengemälde gehörige Zeichnung der Venus
auf dem Muschelwagen brachte 4200 Mark. Von den
kleinen Stücken von Feuerbach erwarb das Leipziger Mu-
seum einen der Putti. Ebenso hat das Leipziger Museum
den männlichen Kopf von Krüger gekauft. Dem Berliner
Kupferstichkabinett fiel der Briefwechsel Chodowieckis für
1095 Mark zu und des weiteren eine der beiden Land-
schaftszeichnungen von Claude Lorrain. Sonst waren die
Handzeichnungen der alten Meister nicht sehr stark be-
gehrt. — Neben Ludwig Richter, für dessen 67 Blätter
38000 Mark gelöst wurden, errang auch Schwind ansehn-
liche Preise: Das reizende Stück der Lachner-Rolle »Lach-
ners Liebesleben« ging für 1450 Mark an die Musikbiblio-
thek Peters. Auch für die Nazarener wurden zum Teil
glänzende Preise gezahlt: der (an Ingres gemahnende)
weibliche Akt Nr. 533 von Schnorr von Carolsfeld brachte
1000 Mark. Dagegen ging Steinles meisterhaftes Bildnis
seiner Frau, wohl das beste unter den wenigen Gemälden
der Auktion, (billig!) für 2500 Mark fort.

Berlin. Bei Max Perl wird am 6. und 7. Dezember
eine wertvolle Bibliothek versteigert, die unter anderem
viele Werke über Kunst, Inkunabeln und Holzschnittbücher
enthält, sowie eine schöne Sammlung von »Livres ä figures
du XVIII siecle«, ferner kostbare Einbände, Luxusdrucke usw.
Berlin. Am 10. Dezember versteigert Rudolph. Lepke
eine Sammlung von Ölgemälden und Aquarellen von zeit-

GALERiE HELBING, MÜNCHEM
16. und. 17. Dezember 1912:
Oelgemälde moderner Meister
aus dem Nachlasse Professor A. Erdteil, München,
sowie aus dem Besi^e 0. Bauer, München,
ti. Zehme, München und aus anderem Besi^.
Katalag mit 4 Kupferdrucktafeln und zahlreichen Textklischees.
Preis M. 1.—
Auskunft durch Hugo Helbino, München, Wagmüllersfr. 15

SPANISCHE KUNST
Permanente Ausstellung von erstkl. Objekten wie:
Gemälde alter Meister, Skulpturen,
spanisch-maurische Lüster - F ayence,
alte Handstickereien, Möbel aus guter
Epoche und Schmuckgegenstände
« Museumsobjekte <■
Hugo Brauner, coion,86 Valencia (Spanien)

München. In der Ausstellung »Neue
Kunst« Hans Goltz, Odeonsplatz i, sind
neben der Pechstein-Ausstellung je zwei
Groß und Signac gehängt. Außerdem
sind neu aufgestellt Plastiken von Haller
und Zeichnungen von Pascin. Während
des Weihnachtsmonats wird neben den
namhaftesten Malern der Neuen Kunst
eine Ausstellung zusammengestellt,
welche als Propaganda für die gute
Graphik als Wandbild und dadurch als
Geschenk dienen soll. Außerdem wer-
den neben der Plastik neuerer Bildhauer
Kleinkunst von Professor Zutt-Heer ge-
zeigt. Ferner wird ein kleiner Über-
blick über das schönste der neueren
Buchkunst gegeben.
Frankfurt a. M. In Schneiders
Kunstsalon sind in Vorbereitung für
Monat Dezember Kollektionen von Ugi
Battenberg und Fritz Graetz. Ferner
werden bedeutende in- und ausländische
Kunstwerke sowie Arbeiten Frankfurter
Künstler Vertretung finden.

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