Kunstmarkt: Wochenschrift für Kenner u. Sammler — 10.1913

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DER KUNSTMARKT

299

Neer; der Beleuchtungseffekt
ist hier wunderbar; fast tag-
hell erscheinen die Häuser
und Giebel an dem Kanal mit
ihren das Mondlicht spiegeln-
den Fensterscheiben, und
schneeweiß schimmert die vor
einem Hause zum Trocknen
aufgehängte Wäsche. Sehr
gut, quantitativ wie qualitativ
sind ferner die italiesierenden
Landschaften vertreten, die
Asselyn, Berchem, Both, Du-
j'ardin, de Hensch, Pynacker
und der seltene Wils. Von
den ihre nordische Heimat
darstellenden Meistern findet
man gute Beispiele von Ever-
dingen, von Hackaert, von
dem namentlich die Waldland-
schaft mit der Viehherde her-
vorzuheben ist, vonjac. Ruys-
dael, von Verboom und Wy-
nants. Von anderen Land-
schaften, in denen die Archi-
tektur einen Hauptplatz ein-
nimmt, verdient neben einer
sauberen Flußlandschaft mit


einer das Ufer hinaufgebauten
befestigten Stadt von Jan van

Rembrandt, Toilette der Bathseba. Versteigerung der Sammlung Steengracht in Paris, 9. Juni 1913,
durch Fred. Muller & Cie. (Amsterdam) und Jules Feral (Paris).

der Heyden, in der die Abend-
stimmung sehr fein ausge-
drückt ist, die Gracht mit dem
Vergnügungsboot von Job Berckheyde
besondere Erwähnung; trefflich ist hier
die Behandlung des Laubes, die Wieder-
gabe des Sonnenlichts, das die Brücke
und teilweise auch die eine Seite des
Kanals so warm beleuchtet, trefflich sind
auch mit kurzen, festen Pinselstrichen die
Personen in dem großen Kahn charakte-
risiert. Von den anderen Landschaften
mit Figuren- oder Tierstaffage sei noch
genannt ein Aelbert Cuyp, ein Pferdebild
von schönem tiefen Glanz und eine
Weide mit Kühen von Paulus Potter.
Zum Schluß muß noch von den paar
flämischen Bildern auf eine heilige Fa-
milie bei Kerzenbeleuchtung von Jac.
Jordaens, ein gesundes und kräftiges
Werk, hingewiesen werden; es wird
zwar nicht von Rooses gebucht, aber

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es ist zweifellos eine charakteristische

Arbeit des Meisters.

M. D. Henkel.

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