Kunstmarkt: Wochenschrift für Kenner u. Sammler — 10.1913

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DER KUNSTMARKT

das schon in dem Anfang der dreißiger Jahre zu erreichen!
1500 Gulden — eins der billigsten Blätter der Auktion!
Nr. 9. Junge Frau mit einem Kind in den Armen.
Treffliche Federzeichnung, um 1635. 4100 Gulden. An-
gekauft für das Rembrandthaus.
Nr. 10. Derselbe Gegenstand; etwas spätere Zeit.
1000 Gulden (Käuferin die Malerin Therese van Duyll-
Schwarze).
Nr. 11. Eine liegende Kranke, von einer anderen
Person unterstützt. 2700 Gulden.
Nr. 12. Saskia im Bett. Federzeichnung, um 1635—1638.
Der Ausdruck des Schlafens meisterhaft wiedergegeben.
9100 Gulden.
Nr. 13. Ein Frauenporträt. Brustbild. Wundervolles
Blatt, ob aber Rembrandt? Die ausführliche Art, womit
Augen und Mund ausgearbeitet sind, läßt auf einen an-
deren Meister schließen. 1400 Gulden.
Nr. 14. Prächtiger Charakterkopf eines alten Juden.
(Um 1640), Federzeichnung. »Nur« 3500 Gulden.
Nr. 15. Herrliches Blatt eines sitzenden Alten. Mit
größter Meisterschaft in einem Guß dahingeworfen.
9500 Gulden.
Nr. 16. Studie für ein Damenporträt, mit Buch auf
dem Schoß. Schon ganz als Bild gedacht und eine der
seltenen direkten Vorstudien aus den vierziger Jahren für
ein zu malendes Bildnis. 7000 Gulden.
Nr. 17. Eins der vollkommensten Blätter dieser Samm-
lung: schlafendes, sitzendes Mädchen, der Kopf auf einem
Kissen ruhend. Schönste Zeit, fünfziger Jahre. 12700 Gulden
(Freunde des Rembrandthauses in Amsterdam!).
Nr. 18. Ein vielbesprochenes Blatt: der Witwer. Im
Kopf des Mannes manches befremdende; der letzten Zeit
des Meisters zugeschrieben. 9800 Gulden. (Bleibt auch in
Holland.)

Nr. 19. Ein in der Fensterbrüstung auf den rechten
Arm gestütztes schlafendes Mädchen. Sehr durchgeführtes,
durchweg angetuschtes Sepiablatt. Von großartigster Wir-
kung, das Schlafen wiederum sehr lebendig ausgedrückt.
Als Arbeit Rembrandts aber äußerst befremdend; weil so
bildartig in Behandlung von Mund und Augen. Man fragt
sich, ob Maes in seiner frühesten und Rembrandt nahesten
Zeit nicht so gezeichnet haben könnte. 10900 Gulden.
Nr. 20. Frau am Fenster. Warum diese spitznasige,
ältere Frau Hendrickje Stoffels sein muß, ist mir unerklärlich.
Die Zeichnung dieser aus dem Fenster schauenden Frau,
eine ganze Figur, ist von einer so packenden Lebendigkeit,
einer so großartigen, breiten Behandlung und Lichtverteilung,
daß sie zweifellos zu Rembrandts herrlichsten Zeichnungen
gezählt werden muß. 19000 Gulden . . . solch ein Blatt ist
nie zu teuer bezahlt.
Nr. 21. Ebensowenig weiß ich, weshalb diese häßliche
Frau Geertge Dircx sein soll. Allerdings mag die Zeich-
nung noch aus der Zeit ihres Aufenthalts im Rembrandt-
hause stammen. Hier wird ein Kampf geführt zwischen
der Häßlichkeit des Modelles und der vollendeten Meister-
schaft der Ausführung. 13 200 Gulden.
Nr. 22. Wenn auch in einzelnen Teilen fremd an-
mutend, wüßte ich nicht, wer anders als der große Meister
diese zum Teil mit dem Pinselstocke in genialster Weise
dahingezauberte weibliche Aktfigur hätte schaffen können.
Das prächtige Blatt wurde Eigentum des Kupferstichkabinetts
im Ryks-Museum. 14900 Gulden.
Nr. 23. Wenn dieser Löwe wirklich von Rembrandt
sein soll, ist er wohl der zahmste, den er je gemacht.
3000 Gulden.
Nr. 24. Großes Interesse fand die »größte« Zeichnung,
die Rembrandt hinterließ und mit seiner echten Bezeichnung
und der Jahreszahl 1644 versah. Was damit vorgegangen,


GALERIE CHARLES BRÜMMER
11 RUE ROYALE, PARIS VIII
Gemälde alter und
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Große Säle mit Oberlicht, zu Ausstellungen geeignet


Eigener Verlag
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von HERMANN A.WEBSTER
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J. P. Schneider jr.
Frankfurt a. Main
Roßmarkt 23
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