Lüders, Heinrich [Hrsg.]
Bruchstücke buddhistischer Dramen — Berlin, 1911

Seite: 30
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Drama sprechen eine Reihe von weiblichen Personen Sanskrit, so im Pra-
bodhacandrodaya Sänti, Sraddhä, Ksamä, Visnubhakti, SarasvatI, Upanisad,
im Caitanyacandrodaya Premabhakti. Andere bedienen sich des Prakrits, im
Prabodhacandrodaya Rati, Mati, Trsnä, Himsä, VibhramävatI, Mithyädrsti,
Karunä, Maitri, im Caitanyacandrodaya Bhakti und Maitri. Die Sprache
richtet sich hier nach der Stellung und dem Charakter, der den einzelnen
Gestalten im Drama zugewiesen wird.
In dem zweiten Drama spricht der Held (4, 8, 10, 12, 13, 16, 1/, 29,
ßpjundDhänanjaya (8, 10, Iß, 16,23, 70)Sanskrit. Sanskritist auch die Sprache
des Buddha. Zweimal (64, 116) beginnt seine Rede miWuAg%h377z, einmal (64)
Mp.hyy., und selbst wenn die von mir vorgeschlagene Ergänzung des Wortes
zu nicht richtig sein sollte, beweist das Auftreten des y, daß das
Wort Sanskrit ist. Auch die wenigen Worte, die wir mit Sicherheit den
beiden Schülern des Buddha, Maudgalyäyana und Kaundinya zuweisen können,
(M.)f(f)A/A<9f(f)A/Atz—AM. . . in 4, zAA%77Z Agy% . . in 90 und &A%g%u%M
AA(%f%) in 36, zeigen deutlich, daß sie Sanskrit sprachen. Wir werden da-
her dieselbe Sprache ohne weiteres auch für den dritten Schüler, Säriputra,
annehmen können, von dessen Reden uns kein vollständiges Wort erhalten
ist. Von den Reden des Upäsaka haben wir die Anfänge AA . 4)
in 46 und AA%u<aA ziAAnw gAAwiWa . . in 4/. Auch er sprach also Sanskrit;
das Wort das Zweifel erregen könnte, wird, wie wir sehen werden, in
dem Sanskrit dieser Dramen auch sonst verwendet. Sanskrit ist ferner, wie
zu erwarten, die Sprache des Brahmanen, von dem uns die Worte ^A<?^ f%fAA
in Iß vorliegen.
Schwierigkeiten macht die Bestimmung der Sprache des Sramana. In
40 beginnt er 7z<% AA?^ Hst?, in iopyW?y'(77)A/<7 .z. Das erste ist deutlich Prakrit,
das zweite ebenso deutlich Sanskrit^). Ich habe schon oben bemerkt, daß
unter .sAwztz wahrscheinlich zwei verschiedene Personen zu verstehen sind,
ein buddhistischer Mönch und ein anderer, vielleicht ein Äjlvika. Der Unter-
schied in der Sprache spricht jedenfalls für diese Annahme. Ist sie richtig,
so würde natürlich dem buddhistischen Mönche das Sanskrit, dem Äjlvika
das Prakrit zuzuweisen sein.
Nichts zu ermitteln ist über die Sprache des Päripärsvika, von dessen
Rede nur ein Buchstabe erhalten ist. Die übrigen Personen sprechen Prakrit.

DAS SANSKRIT.
Das Sanskrit der Fragmente ist nicht immer korrekt. Insbesondere im
Lautstande zeigen sich Einflüsse des Prakrit und der lokalen Aussprache,
aber diese sind doch nicht so zahlreich, daß man die Sprache etwa als
Mischdialekt bezeichnen müßte. In manchen Fällen können auch einfache

*) kann auch gewesen sein. Wahrscheinlich ist das zu <%?w,%7//<?7?%° zu ergänzen.
2) Das 77 in yw(z/77äZ<7 ist allerdings ergänzt, aber das entscheidende ^7*% ist absolut sicher.
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