Maasz, Harry
Der deutsche Volkspark der Zukunft: Laubenkolonie und Grünfläche — Frankfurt a. d. Oder: Druck und Verlag der Königl. Hofbuchdruckerei Trowitzsch & Sohn, 1913

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Organisation und Beaufsichtigung.
/^ie praktische Ausführung und künstlerische Ausgestaltung
»I^des Volksparkes liegt in wänden der städtischen Behörde
und ihres Gartenbeamten. Letzterem untersteht für die weitere
Zukunft die Unterhaltung und Pflege des Gefamtorganismus.
Alles, was außerhalb der Pachtgärten sich befindet an Wegen,
Sportflächen, Plätzen und Pflanzungen, wird von ihm dauernd
gepflegt, ergänzt und bewirtschaftet. Innerhalb der Garten-
grenzen dagegen waltet der Pächter und sorgt für die Pflege
und Gesunderhaltung der Großvegetation, der Zier- und
Fruchtbäume, der Sträucher und Kecken.
Von größter Wichtigkeit für die spätere Ausbildung des
gesamten Volksparkes ist, daß die Pflanzung der äußeren
an der Straße und den Wegen der Laubenkolonie liegenden
Kecken und Gehölze von feiten der Behörde durch ihren Park-
beamten ausgeführt wird. Das muß geschehen, um von An-
fang an der Willkür der Pächter die Spitze zu brechen. Auch
darum schon vor allen Dingen, weil von der bewußt rhyth-
mischen Pflanzungszusammensetzung sehr viel für den späteren
Eindruck der Gesamtanlage abhängig ist. Der Pächter steht
zumeist dem späteren Kabitus jung gepflanzter Bäume und
Gehölze fremd gegenüber, so daß eine Ausführung dieser wich-
tigen, stimmungsbildenden Faktoren durch ihn zu den schlimm-
sten Befürchtungen Anlaß gäbe in Kinsicht auf die spätere Ent-
wicklung des Parkes.
Weit mehr als bei all unseren seither üblichen Grünanlagen
sozialer und ästhetischer Tendenz ist bei dieser neuen Volks-
parkform auf die Einfügung und Durchbildung der Pflanzung
Wert zu legen, und es erfordert ein gesteigertes Maß künst-
lerischen wie gefühlsmäßigen Taktes, dieser Aufgabe im vollsten
Matze gerecht zu werden.
Selbst über die Einbringung der hauptsächlichsten, der mar-
kierenden Großvegetation in den Gärten, der Obstbäume, der
Zier- und Schattenbäume müßte der Parkarchitekt zu bestimmen
haben, zum wenigsten dem Pächter in seinem ersten freudigen

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