Marquardt, Joachim
Cyzicus und sein Gebiet: drei Bücher ; mit einer Charte — Berlin, 1836

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Drittes Capitel.

Bauwerke, Kunst und Künstler.

1. Die für Bauten so günstige Lage der Stadt
an marmorreichen Eergen, der Wohlstand und die
Prachtliebe, die in ihr herrschten, endlich die gerühmte
Kunst ihrer Baumeister hatten Cyzicus zu einer der
schönsten Städte Griechenlands gemacht 1). Die Stadt,
sagt Strabo XII. p. 71 T., wetteifert mit den ersten
Asiens an Gröfse und an Schönheit. Das Meiste nun
übergehe ich; aber drei Baumeister besitzt sie, die
für die öffentlichen Gebäude und Maschinen zu sor-
gen haben, ferner drei Magazine für Waffen, Maschi-
nen und Getreide. Und an einer andern Stelle 2) fügt
er, vonRhodus sprechend, hinzu: dort wird, wie zu
Massilia und Cyzicus, für Baumeister und Ma-
schinenbau und Waffen- und andere Magazine mit
ausgezeichnetem Eifer gesorgt. Aristides aber in
seiner Rede an die Cyzicener s) meint, die Schön-
heit der öffentlichen Gebäude und die ganze Einrich-
tung und Gröfse der Stadt sei weder jemand unge-
übt genug, nicht rühmen, noch geschickt genug im
Reden, leicht schildern zu können. Denn sie schiene
allen Göttern heilig, und wie durch Loose unter alle
vertheilt zu sein, als ob die Götter wetteiferten, sie
in ihren Schutz zu nehmen.

1) Cicero pro leg. Manil. 8. Florus 3, 5. Ammian
Marc. 2G, 23.

2) XIV. p. 965 C. Almel. = 195 T.

3) Vol. I. p. 387 Dind.
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