Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 4): Schenkungsurkunden Nr. 2000 - 2910 — Lorsch, 1970

Seite: 187
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/minst1970bd4/0193
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
187

URKUNDE 2621 (24. Februar 838 — Reg. 3295)
Schenkung des Wichart unter Bischof und Abt Samuel und Kaiser Ludwig

Ich, Wichart, will im Namen Gottes meinem Seelenheile dienen. Ich mache daher eine
Schenkung an den heiligen Märtyrer ~N(azarius), dessen Leib im Lorscher Kloster ruht, das
vom ehrwürdigen Bischof und Abt Samuel verwaltet wird. Ich bestimme, daß meine
Spende für alle Ewigkeit gültig bleiben soll, und bekräftige den gänzlich freien Willen, aus
dem heraus ich sie gegeben habe. Ich schenke im oben genannten (Elsenz-)Gavi, in

Uhtritesheimmer marca (in der Gemarkung Eichtersheim w. Sinsheim sö. Heidelberg)
eine Herrenhube, fünf Knechtehuben und alles, was zu ihnen an Hofreiten, Wiesen, Wäl-
dern, Gewässern, Wohnhäusern und Wirtschaftsbauten gehört, sowie zwölf Leibeigene.
Vertraglich abgeschlossen. Geschehen in monasterio la.mish.( amensi = im Lorscher Kloster)
am 24. Februar im 25. Jahr (838) des Kaisers Ludwig.

URKUNDE 2622 (8. Mai 780 — Reg. 1573)
Schenkung des Adalman unter Abt Helmerich und König Karl

In Gottes Namen errichten wir, Adalman und Lüdolf, mein Bruder, eine Stiftung zu-
gunsten des heiligen Märtyrers ~N(azarius). Sein Leib ruht im Lorscher Kloster, in dem der
ehrwürdige Helmerich als Abt waltet. Die Zuwendung soll, wie wir wünschen, immerdar
erhalten bleiben, und wir stellen fest, daß ausschließlich unser freier Wille dafür bestim-
mend war. Wir schenken im oben genannten Gau (Elsaß), im Dorf

Holzheim (sw. Straßburg) drei Knechtehuben, eine Herrenhube, einen Wald und alles
das, was zu den vorgenannten Huben an Hofreiten, Wiesen, Äckern, Wäldern, Wohn- und
Wirtschaftsbauren gehört. Mit Wirkung vom heutigen Tage schenken, übergeben und über-
tragen wir dies alles im Namen Gottes als Eigenbesitzungen für ewige Zeiten gemäß nach-
folgender Fertigung. Geschehen in monasterio launsh.(amensi — im Lorscher Kloster) am
8. Mai im 12. Jahr (780) des Königs Karl.

URKUNDE 2623 (1. September 778? — Reg. 1518)
Schenkung der Udela im Dorf Zuzenhausen unter König Karl und Abt Gundeland

In Christi Namen, am 1. September im 15. Jahr des Königs Karl. (Statt XV. Jahr
= 783 vielleicht richtig: X.Jahr = 778, falls nicht Königs- oder Abtname verschrieben sind
und durch Pippin [751—768] oder Helmerich [778—784] zu ersetzen wären.) Bewogen
durch göttliche Eingebung und zum Heile meiner Seele mache ich, Udela, eine Vergabung
an den heiligen Märtyrer N(azarius), dessen Leib in dem vom ehrwürdigen Abt Gundeland
(765—778) geleiteten Lorscher Kloster ruht. Es ist mein Wunsch, daß diese Stiftung von
ewiger Dauer sei, und ich erwähne ausdrücklich, daß sie aus vollkommen freiem Willen
erfolgt. Ich schenke im oben genannten Gau Elsenzgowe (Eisenzgau), im Dorf

Zozenhusen (Zuzenhausen nw. Sinsheim sö. Heidelberg) eine Hofreite und eine in der-
selben stehende Mühle, ferner in

Hanscusheimer marca (in der Gemarkung Heidelberg-Handschuhsheim) ein halbes
Tagwerk Ackerland. Unter dem heutigen Tage schenke, übergebe und übertrage ich diese
Güter im Namen Gottes auf ewig zu eigen in der Weise, daß alles von diesem Tag an jener
loading ...