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II. Schrifttum:

1675:

Joachim von Sandrarts Academie der Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste von 1675,
herausgegeben und kommentiert von Dr. A. R. Peltzer, München 1925, S. 164.

CXXXII. Kurz vor dieser Zeit2) ware zu Frankfurt Georg Flegelm), meines Behaltens aus Mäh-
ren, der ein glücklicher Mahler in Nachfolgung des Lebens, an Obst, Früchten, Fischen, Bancqueten,
Gläsern, Pocalen und Bechern von allerley Metallen gewesen und alles besonderlich, vernünftig,
fleißig und natürlich gemahlt, dannenhero alle Liebhabere sich beflißen, etwas von ihme zu er-
halten, absonderlich die allda wohnende niderländische Nation, die seine Werke stark gesucht,
also daß, obwolen er hurtig und geschwind in der Arbeit ware, er dannoch nicht alle contentiren
und vergnügen können; sein Leben endigte er ungefähr Anno 1636.

ebd. S. 220:

CCLXXXII. Es ist an seinem Ort erwehnt worden, was vor ein fleißiges Subjekt in kleinen still-
stehenden Früchten, Blumen und andern dergleichen gewesen ist Georg Flegel zu Frankfurt. Der-
selbige hatte zum Discipel einen lehrbegierigen Jüngling Namens Moreel. Dieser überstiege bald
mit mehrer Warheit in der Kunst seinen Praeceptorn. Moreel verbäßerte seine Wißenschaft zu
Utrecht und kame mit seiner meisterhaften Manier in Blumen, Früchten, Zierbüschelen, Blumen-
krügen und andern in großen Ruhm973).

1764:

Allgemeines Künstler-Lexikon oder kurze Nachricht von dem Leben und den Werken der Mahler,
Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Kunstgießer, Stahlschneider etc., Zürich 1764, Fuesslin und Co.

S. 193:

Flegel (Georgius) aus Mähren; mahlte Früchte, Fische, Gläser, Gefäße von allerhand Metallen etc
und wurden seine Gemählde wegen ihrer natürlichen Vorstellungen und fleißiger Behandlung stark
gesucht. Arbeitete zu Frankfurt am Mayn, allwo er um das 1636. Jahr starb. Sandrart P. 1, p. 297.

1780:

Heinrich Sebastian Hüsgen, Nachrichten von Frankfurter Künstlern, Frankfurt am Mayn 1780.
S. 37 f.: Georg Flegel.

Von Ollmütz aus Mähren gebürtig, woselbst er Ao 1563. das Licht der Welt erblickte. Ein natür-
licher Hang zum Mahlen entwickelte sich schon in der frühen Jugend in ihm, und durch sich selbst
geleitet, nahm er die Natur als seine einzige Führerin an, die er auch hernach in allen Stücken,
öfters zum Erstaunen nachgeahmt hat. Hätte Flegel das Perspektiv verstanden, und sein Obst,
Brod, Fische, Gebratenes, Federvieh, Pokale und alle andere Sorten Geschirr von Metall, Erde,
Glas nicht so übereinander gebaut, seine Gemählde stünden im Gehalt mit den größten nieder-
ländischen Meistern, besonders diejenige, worauf er seinen Namen mit G. F. bezeichnet hat, die
ihm sehr theuer mit 55.56. und 60. Spezies-Thaler bezahlt wurden, wie mir hervon die Original-

2) „als ich midi zu Hanau in der Zeichenkunst unterrichten ließe“, wie Sandrart unter CXXXI
mitgeteilt hatte.

Nach Thieme-Becker, Allgem. Künstlerlexikon, Bd. XXIX, 1935, S. 397 f. (Hans Vollmer) war
Sandrart bei Daniel Soreau zu Hanau in der Lehre, bevor er im Jahre 1620 nach Nürnberg zu
Peter Isselburg ging.

732) Anm. Peltzer: Georg Flegel, geb. 1563 Olmütz, gest. 1638 Frankfurt.

973) Anm. Peltzer: Zusatz der lateinischen Ausgabe Fol. 337a: non attenta tussi, qua laborabat
intollerabili quaeque eundem per quinquaginta quinque annos misere exhaustum, hoc anno tandem
e vivis exemit. — Jacob Marrel, geb. nach Sandrart in Frankenthal, gest. 11. 11. 1681 (nicht 1675)
m Frankfurt. Er war verheiratet mit der Witwe des Matthäus Merian. Sein Schüler Abraham
Mignon. Wurzbach II, 107.

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