Schrammen, Jakob
Altertümer von Pergamon (Band III,1, Text): Der grosse Altar - der obere Markt — Berlin, 1906

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0.5
1 cm
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Diese älteren Bauanlagen werden später (S.
werden.

$ ff.) im Zusammenhange beschrieben

Die Oßmauer des
Altarplatzes.

Die den Altarplatz östlich begrenzende Mauer ist nur im südlichen und nördlichen
Teile einigermaßen erhalten, in der Mitte, wo der natürliche Zugang von der Haupt-
straße war, ist sie fast ganz zerstört (vgl. Lageplan und Grundriß auf Taf. I. IL IV.
V, 2 und eine vom Athenaheiligtume herab genommene Ansicht auf Taf. III). Die Außen-
seite ihres südlichen Teiles zeigt guten Quaderbau, die Steine sind gleichmäßig grob
gespitzt und an den Kanten abgefast. 14,20 m von der Südostecke ab wird die Mauer
durch einen kaskadenförmigen Wasserabssuß durchbrochen, dessen unterster Stein 6 cm
vor die Mauerssucht hervortritt. Die Unterkante dieses Steines lag wahrscheinlich dicht
über dem Burgweg, gibt also die Höhe desselben an. Die früher nicht sichtbare Innen-
seite der Mauer besteht aus roh geschichteten Blöcken.
Der mittlere Teil der Ostmauer ist auf eine Strecke von rund 31,50 m um 6,53 m
vor die Flucht der übrigen Ostmauer, mit der er durch Quermauern verbunden ist,
nach Osfen hinausgerückt. In der südlichen Verlängerung dieses vorgezogenen Mauer-
teiles ziehen sich parallel zur Ostmauer spärliche Resfe eines Mauerzuges von gleicher
Werkbehandlung wie diese hin. 2,45 m von dieser Mauer ab, nahe der Südostecke des
vorspringenden Teiles der Ostmauer, zeigt der hochstehende Fels eine nach Osten ge-
kehrte, rechtwinkelige Ausklinkung (bei a auf Taf. IV). Es scheint, als ob diese Aus-
kerbung für den Zug des Burgweges hergestellt worden sei, dessen östliche Begrenzung
dann der eben erwähnte, der Ostmauer parallele Mauerzug gebildet hätte.
Im nördlichen Teile ist die Ostmauer, die hier keinen Erddruck mehr auszuhalten
hatte, nur noch 47 cm dick und an beiden Seiten gleich gut gearbeitet. Hochkantige
und Flachschichten wechseln ab, die Flachschichten reichen durch die Mauer hindurch,
die Hochschichten bestehen aus zwei Platten mit durchgreifenden Bindern, Verklamme-
rung ist nur an der Nordostecke vorhanden.

Die Nordmauer. Die Nordmauer hat denselben Aufbau und dieselbe Werkbehandlung wie die
Ostmauer. 8,45 m von der Nordostecke entfernt befindet sich in ihr ein 4 cm tiefer,
12 cm breiter senkrechter Falz. Von dieser Stelle an sind die Quadern auf eine Strecke
von 6,10 m — bis zu einem zweiten Falz — rauh gelassen, während die Werkstücke
sonst gleichmäßig grob gespitzt sind. Man darf hieraus wohl schließen, daß dieser Teil
der Mauer durch ein davorstehendes Monument verdeckt war. Was für eins, ist nicht
mehr zu ermitteln, bis auf den gewachsenen Felsen geführte Grabungen haben keine
besondere Fundierung, die man doch bei einem größeren Monumente vermuten müßte,
ans Licht gebracht.
Die Nordmauer schließt nicht die ganze Nordseite des Altarplatzes ab, 24,30 m
vor der Westgrenze biegt sie nach Norden um und läuft sich gegen eine Mauer tot,
die zu einer Reihe von kleinen Terrassen und Mauerzügen gehört, die anscheinend den
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