Plietzsch, Eduard
Die Frankenthaler Künstlerkolonie und Gillis van Coninxloo — Leipzig: Verlag von E. A. Seemann, 1910

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Gefolge besteht. Durch den Wald blickt man in der Mitte auf einen
kleinen See, links zieht sich ein Waldbach hin.
Egid: Coninxlo Iven: — B. a Bolswerd sc. — J. C. Visscher ex-
cudebat a o 1634.
„Qui prius elusi... .mala quaeque velit.“ — J. Semmius. —
13. Der barmherzige Samariter.
Rechts führt zwischen Bäumen nach einem Dorfe ein Weg, auf dem
in einigen Abstand der Priester und der Levit gehen. Unter einem
Baume, von dem ein starker Ast abgesplittert ist, liegt der Verwundete.
Der Samariter neigt sich hilfebringend über den Kranken. Auf der
linken Seite reizvoller Ausblick auf einen hohen Gebirgsäbhang, der mit
Städten und Wäldern bedeckt ist und den zwei schroffe Felsenzinnen
bekrönen.
Egidius Coninloey Inven. — Jan Lon Sei. —
Diese äußerst reizvolle Landschaft veranlaßte Londersel, den Stich
nochmals mit veränderter Staffage zu verwenden. Statt des barm-
herzigen Samariters stellte er die Heilung vom Blutfluß dar. Die Figuren
des Leviten und des Priesters ließ er stehen.
14. Ideallandschaft.
Stich nach dem Gemälde in Hannover (p. 50, 4).
Egidius Coninxloo Inventor. — Nicolaes de Bruyn Sculpt. 1600. —
„Cum sine nube viator iter.“ —■
Dieser Stich — oft als „Landschaft mit Jagdstaffage“ in der Literatur
erwähnt — wurde von Nicolaes de Bruyn nochmals in veränderter Form
verwendet, indem er statt der Entenjäger die Gruppe von Judas und
Thamar anbrachte62).
Der Einfluß Coninxloos auf die niederländische Land-
schaftsmalerei.
Unter allen niederländischen Künstlern, die am Ausgange des 16.
und am Beginne des 17. Jahrhunderts auf die Weiterentwicklung der
Landschaftsmalerei Einfluß ausübten, brachte Gillis van Coninxloo
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