Pomtow, Hans R.
Beiträge zur Topographie von Delphi — Berlin, 1889

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40 Das nördlich vom Tempel liegende Terrain.

ebenen Terrasse (ccXwc) mehr als ein Drittel aller von Tansanias namentlich aufge-
führten Weihgeschenke gestanden hat. Es bleibt also nur übrig anzunehmen, dass

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ehemals noch eine oder mehrere Krönungsschichten über den Deck quaderlagen sich
befunden haben müssen.

Die Ausdehnung und das Aussehen der Terrasse weiter westlich, im Rücken
des Tempels ist, wie schon bemerkt, unbekannt; die sich dort findenden Mauerzüge
sind oben besprochen. Sicher ist nur, dass hier der westliche Haupteingang gewesen,
als Fortsetzung und in Verbindung mit der von Westen über den Felsrücken bei H.
Elias herabführenden Synedrion-Strasse.

III.

Das nördlich vom Tempel liegende Terrain.

Die nördliche Hälfte des Temenos ist heut von der Hauptmasse der Dorfhäuser
dicht bedeckt, von denen eine grosse Anzahl erst in den letzten fünfzig Jahren er-
richtet wurde. Daher ist seit Ulrichs hier Vieles verschwunden. Das von ihm ge-
sehene Stück der Peribolosmauer des Neoptolemos-Grabes scheint in der Gegend der
heutigen Häuser 114—116 oder 109—111 gesucht werden zu müssen, und den'Fuss-
boden der Lesche' sah er in Haus 214 oder 215.

Vom Theater ist bekanntlich die S.O.-Ecke nebst Theilen der Süd- und Ost-
Wand erhalten. Die östliche Hälfte der Südwand steht innerhalb der Häuser 212/213
als Hinterwand und aussen neben 212 zu Tage; ihr Westende scheint das im Hause
259 vorhandene Mauerstück zu bilden (so auch Laurent, Ulrichs, Foucart), so dass die
Länge der Südfront etwa 80 meter beträgt. Die Ostseite setzt an der S.O.-Ecke nicht
im rechten Winkel (Foucart) sondern als Kreisbogen an, der bald in dem schmalen
Zwischenraum zwischen Haus 214 und 216 verschwindet. Ihm concentrisch sind von
den Stufen der 33 Sitzreihen (Cyriacus) heut über der Erde und in situ nur die süd-
lich von Haus 221 angegebenen zu verzeichnen. Viele der herausgerissenen Sitzstufen,
die an der vorderen Ansichtsfläche in starker Hohlkehle eingezogen sind, finden sich
einzeln in die Wände der Häuser dieser ganzen Gegend verbaut. Sie bestehen wie
die Quaderwände des Theaters aus br. Parnass-stein. Von der Nordseite desselben
giebt es noch ein gewaltiges Mauerstück mit zwei Strebepfeilern westlich von Haus
235, und zwei andere in und neben Haus 225. Die Hauptmasse dieses seit Cyriacus
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