Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein [Editor]
Die Rheinlande: Vierteljahrsschr. d. Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein — 21.1911

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Dag Canbfcßaftticße bet Ktttß.

fpticßt einmal in be^ug auf ben mußfeligen 0ebitgg-
matfcß bet Stufen oon einet „taupenattigen iBemegung".
Dag iß biefelbe 31nfcßauung, bet ^)inmeig auf eine
aßnlicße Sofalitat, mie fie ung fieß petbeutlicßt, menn gleicß
^u Anfang Dbpffeug von bem ^etantucfen bet ^Ima^onen
„buteß bet @ebitge ÜBinbungen" et^dßlt. Da gleicß
batauf bag Scßlaeßtfelb „in einem meiten Xal" fieß
auftut, benft man unmillfutlicß an bag UtfetemXal,
mie benn foleße ^Ißnlicßfeiten noeß meßt bemetfbat finb.
3111etbingg ßanbelt eg fieß um entfetnte %ßnlicßfeiten.
Denn ubetall beßimmt bie gtoßattige Scßopfung bet
fteie ßug einet Sinbtlbunggftaft, bie fieß meit oon bet
ÜBitfltcßfeit entfetnt. So %eigt bie ißt ^um Seßaupla§
bienenbe Sbene mebet ben iBetgtiefen^intetgtunb
jeneg ^ocßtaleg noeß bie gletfeßetnaße Dbe jeinet
Umgebungen. Sm (Gegenteil: SBdlbet begten^en ben
Sieficßtgfteig. Slicßt nut „fußle giften" bieten ftcß bat,
aueß ließen unb Ulmen, aueß ^)inie unb Sotbeetbaum.
Sinen oblUg mateßenßaften Sßataftet oetleißt bem
Sfatutgemalbe bie ^taeßt bet Stofen, bet „ßunbett;
bldtttigen, bie Sietüeße ßteuen" unb bittren „mie bet
(Gipfel Pon ^)pmetta"; benn milb maeßfenb am Sfbßang
bet ^)ugel finben fie bie 3fma^onentbcßtet. (Setabe ßiet
mitb man ben Dicßtet objeitg oon allet Xatfdcßlicßfeit,
menigßeng pon allet pctfbnlicßen Stfaßtung maßnen
unb getabe ßiet bütfte et auf einet foleßen gefußt ßaben.
Die in Koniggbetg begonnene „^entßefilea" iß auf
gott Soup fottgefeßt motben, auf fenet gutaßoße, Pon
bet et big %u ben IBetgen feinet geliebten Seßmei^ bliden
fonnte. Da et im SRdta 1807 atg @efangenet baßin
gebtaeßt mutbe, umbtauße ben ßeilen Seßloßfelfen notß
taußeg 3Bintetmettet, mäßtenb et „in S3efan$on ßßon
Stofen gefeßen ßatte". Sß eg benfbat, baß ein 3fuge fo
aufmetffam auf ben Scßmud bet Statut nießt mit Snt-
^uden an bem Slot bet 311pentofen geßangen ßatte, ba-
malg auf feinet ^oeßgebitggmanbetung im Sluguß, bet
fie noeß in pollet IBlute fießt? (Seßt bei ißtem 31nblid
boeß ben ttodenßen Spießetn bag ^)et^ auf, tußt boeß
feinet, big ißm ein Sttauß am git^ ßedt! gtgenbmo auf
ben mäßen Sletgpfaben metben fie ißm ficßetlicß alg
tei^enbet Konttaß begegnet fein. 3Bag abet ßinbett ung
in biefem gälte an^uneßmen, in bet ßaubetmetfßatt
beg Dicßtetg, tief untet bet iBemußtfeingfcßmelle, feien
bie Kinbet bet SStlbnig ^u ben buftigen Königinnen bet
glota gemotben, aufglußenb im Oefluft beg @eßlatßU
felbeg bei Xtofn? Ubtigeng ßßetnen fie notß etmag
pon bem alpinen Utfptung tto$ gtunblicßet SSetmanblung
gupettaten. SnbenDaletntingg^fagteing betülma^onem
mabeßen^ blußen fie fpatfam unb petfeßan^t. ßu ißtem
petßedten Steicßtum iß ein anbeteg unPetfeßeng buteß
einen <Stut^ Pon „eineg getfeng SBotfptung" gelangt^
mobei eg geglaubt, „bet Slaeßt beg Xobeg in ben @cßoß
gu finfen". @tne aßnltcße SRetamotpßofe ßat pielleicßt
bet Dbeltgf im fiebenten Slufttitt buteßgemaeßt. 6ticß
@eßmibt nennt ißn „feßt unßometifcß". Diefeg i8eftemb-
ließe petliett fteß, menn man mutmaßt, baß in bem
geßeimnigteießen Dunfel bet Dicßtetpßantafie fitß bet
^)to^eß miebetßolt ßabe, bet aug Slatutfotmen bie ent-
fpteeßenben Kunßfotmen metben ließ. SBAßte man eg
nießt oßneßtn, baß in ben betteffenben (Segenben bie
auffallenbßen SBotaugfe$ungen ^u unfetet Sfnnaßme

potßanben finb, mit fonnten eg Pon einem dußetß fom-
petenten iBeobaeßtet etfaßten. @oetße notiett ^mifeßen
SBafen unb @bfcßenen: „@tanitfelfen mie aufgebaute
^Pptamiben; ... Dbeligfenfotm. —"
@enug beg atl%u ^ppotßetißßen. 6g teeßtfettigt fitß
buteß bie betotenbe ^)ßantafie, bie übet bet „spentße;
filea" mie ein @ommetßimmel glüßt, fetn butcßbli$t
Pon <Eilbetgeleucßt — man meiß nießt, finb eg iBSotfem
gebilbe obet bie gitnen bet Scßmei^. Det tomantifeße
Qieiß, momit et ßiet einet antifen @age fieß bemdeßtigt,
ßat ißm aueß bei bet ßeießnung beg „^ombutg" bie
d3anb gefußtt. Xanbfcßaftlicß bagegen ßeßt bet Dta-
ntatifet feßt ^une etftcnmal auf bem teaien @tunb bet
ßeimatlicßen SHatf. Da et Pon ißt einzig bie Kuliffen
teben laßt, feßeint eg, alg ob et fie noeß mie oot einem
Saßr^eßntalg uninteteffantbettaeßte. Einmalfeboeß btießt
fein Slatutgefüßl taufeßenb ßetoot. @g gibt fenet Sptig-
mug fieß funb, bet an ben 2Bunbetn bet pßpfifalifeßen
SRatut fieß ent^unbenb felbft ben einfotmigßen Sanbfltieß
in poetifeße Stimmung ^u taueßen meiß, unb ;mat ifl eg
bet ptaeßtige S)ldtfet Kottmiß, bem angefießtg einet
gtuße, „gemaeßt ^u fußetm Ding alg fieß ^u feßlagen",
bag alte ^)et^ ubetmallt:
Die (Ecnrte feßimmeet tötfieß buteß bie SBotfert,
unb bie Oefüßte ftattem mit bet Seteße
^um ßeitetn Duft be§ ^)imme[g fußetnb auf! —
SNan batf bemnaeß ftagen, ob Kleiff in^mifeßen ein
anbeteg SBetßaltnig ^ut Statut, ingbefonbete gu feinet
patetldnbifcßen, gemonnen ßabe? — ein SBetßdltnig,
mottn bie Scßonßeit bet $Belt nießt aptiotiftß naeß
tomantifeßen unb fonfligen dflßettfcßen @eficßtgpunften
beßimmt mitb? Konnten eine bünbige ülntmott aueß
nut bie ISetfe geben, bie et ung leibet fcßulbig bleiben
mußte, fo liegt menigßeng eine gtunbfdßlitße $lußetung
pot. Sin pon 33tentano unb Sltntm Petfaßtet 31uffaß
„Smpfinbungen pot gtiebticßg Seelanbfcßaft", ben et
fut feine „iBetlinet 31benbblattet" ßatf §ufammen-
geßttcßen ßat, entßdlt naeß bet geßßellung pon Sleinßolb
Steig eine Sinßßaltung beg ^etauggebetg, bie allet-
bingg ein neueg, pon feinen ftußeten 21nfcßauungen
gtunbpetftßiebeneg Kunßptogtamm augfpticßt. Die
Stelle lautet: „Scß bin ubet^eugt, baß fieß ... eine
Quabtatmeile matfifeßen Sanbeg batßellen ließe, mit
einem iBetbetißenßtaucß, motauf fteß eine Ktaße einfam
plußett, unb baß bieg S3ilb eine maßtßaft Dffianfcße obet
Kofegattenfcße iKttfung tun mußte."
Sofef Dgmalb.
Det ßunbettße Xobegtag ^eintieß pon Kleißg
maeßt fieß auf bem iBücßetmotft mit bet in
Deutßßlanb ublicßen plo^licßen SBeßemen; geltenb; eg
tegnet SReuauggaben, iBiogtapßien, Sffapg. 31ucß ieß
befenne mieß fcßulbig, einen Stopfen in bie biefet
Sefulatbtude gettdufelt ;u ßaben: S<ß ßabe (bei Stnß
Slomoßlt in Seip^ig) ein gan^ fleineg Slanbcßen ßetaugs
gegeben, bag fieß betitelt: „dpeintteß pon Kleißg Slnef^
boten". Datin ßeßt fein $gott pon mit, fonbetn, in
einem otbentlicßen Xettabbtucf, biefenigen 25 et^dßle-
tifeßen Stucfe aug ben „Setlinet 31benbbldttetn", beten


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