Schliemann, Heinrich ; Schliemann, Sophia [Editor]
Heinrich Schliemann's Selbstbiographie — Leipzig, 1892

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Mykenae und der Berg des heil. Elias.

IV.

Mykenae. 1874—1878.

Im Peloponnes, im äussersten Winkel des Thaies von Argos,
da, wo die Strassen ausgehen, um über die Berge nach Korinth
zu gelangen, lag Mykenae. Ueber einem schmalen Thale zwischen
zwei mächtigen Felskuppen war die Burg der Fürsten auf einer
beherrschenden Höhe gegründet, so fest, aus so ungefügen Stein-
blöcken, dass ihre Mauern schon den Hellenen der klassischen
Zeit als ein übermenschliches Werk des Volkes der Kyklopen er-
schienen. Der Sage nach hatten zuerst Perseus und sein Geschlecht,
dann die Nachkommen des der Halbinsel den Namen gebenden
Pelops, Atreus und Agamemnon, von hier aus das Land regiert.
Aber sehr frühzeitig und noch vor der Epoche, in welcher die
Ereignisse der Geschichte sich auf einzelne Jahre und Jahrzehnte
fixiren lassen, ist zu Gunsten der Stadt Argos Mykenaes Glanz
verblichen. Was die Paläste der Könige an Kostbarkeiten ent-
hielten, wurde bis auf wenige im Staub verschwundene Splitter
fortgeführt, allein das werthlose und beschädigte Thongeschirr,
welches massenhaft die Stätte bedeckte, fand bei den Bewohnern
der kleinen Ansiedelung, die sich dort oben erhielt, keine Be-
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