Schlosser, Julius von
Die Schatzkammer des Allerhöchsten Kaiserhauses in Wien: dargestellt in ihren vornehmsten Denkmälern ; mit 64 Tafeln und 44 Textabbildungen — Wien, 1918

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Literatur zu Kapitel I—VI

Kapitel I

Die älteste Beschreibung der Wiener Schatzkammer dürfte in dem ausführlichen
Bericht des modenesischen Gesandten Guglielmo Codebö vom Jahre 1659 erhalten
sein (bei Campori, Lettere artistiche inedite, n. 138). Obwohl nicht frei von Irr*
tümern und Mißverständnissen seltsamer Art, stützt sie sich offensichtlich auf die
Tradition in der Schatzkammer selbst, die in einem Inventar der ersten Hälfte des

XVII. Jahrhunderts fixiert war. Leider ist dieses nicht mehr erhalten; es ist Grund
zur Annahme vorhanden, daß es von de France beiseite gebracht wurde, vielleicht
um seine allzu willkürlichen Manipulationen zu verdecken. Erwähnt ist es aber
noch als stattlicher, in roten Sammet gebundener Band in der ältesten von Luschin
v. Ebengreuth publizierten Beschreibung von 1677 (Jahrbuch der Kunstsammlungen
des Allerh. Kaiserhauses XX, Reg. 18307). Die älteste gedruckte «Beschreibung der
geist* und weltlichen Schatzkammer in Wien» ist von 1680, die «neu vermehrte
Beschreibung der kayserlichsweltlichen Schatzkammer» von 1720. Der «Versuch
einer Beschreibung der k. k. Schatzkammer in Wien», Nürnberg, bei Raspe 1771
erschienen, rührt von Murr (s. u.) her. Andere Beschreibungen vom Beginn des

XVIII. Jahrhunderts stehen in der «Kurzen lesenswürdigen Erinnerung . . . der
Kayserl. Haupt* und Residenzstadt Wien», Wien 1702, in Browns Reisen, deutsche
Übersetzung, Nürnberg 1711 und in Küchelbeckers Allerneuester Nachricht vom
Röm.*Kayserlichen Hof, Hannover 1736.

Das älteste offizielle Inventar der Schatzkammer ist ziemlich jung, von 1750, und
gibt den Zustand der Neuordnung durch de France wieder (Publ. im Jahrbuche des
Allerh. Kaiserhauses X, Reg. 6253). Zenner, Die k. k. geistliche Schatzkammer,
Wien, 1856. Ein modernes Verzeichnis der (jetzt öffentlich zugänglichen) geist*
liehen Schatzkammer hat Sitte in den Mitt. der k. k. Zentralkommission 1901
geliefert.

Über J. de France s. die biographische Notiz bei J. v. Bergmann, Pflege der
Numismatik in Österreich, in den Sitzungsberichten der Wiener Kaiserl. Akademie,
phil.*hist. Klasse XIX (1856), 47. Der Katalog der von ihm hinterlassenen Münzen*
und Antikensammlungen (Musaei Franciani descriptio) ist zu Leipzig 1781 gedruckt
worden; das ehemalige Wiener Münz* und Antikenkabinett hat ansehnliche Bestände
daraus erworben.

Zur Geschichte des Sammelwesens überhaupt das Werkchen des Herausgebers:
Die Kunst* und Wunderkammern der Spätrenaissance. Ein Beitrag zur Geschichte
des Sammelwesens, Leipzig 1908 (Monographien des Kunstgewerbes, herausgegeben
von L. Sponsel, N. F. XI). Im Mittelpunkt steht die alte Ambraser Kunstkammer.

Quirin von Leitner, Die hervorragendsten Kunstwerke der Schatzkammer des
österreichischen Kaiserhauses, Wien 1870—1873 bei Holzhausen in Großfolio.

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