Straßburger Münsterblatt: Organ des Straßburger Münster-Vereins — 6.1912

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250,000.—

Nach einer Mitteilung des Königl. Preussischen Mi-
nisteriums ist der Ziehungstermin für Ende April 1912
genehmigt und auf den 27., 29. und 3o. April 1912 fest-
gesetzt.

Den Gesuchen des Strassburger Münster-Vereins um
Zulassung des Vertriebes der Lose in den übrigen deut-
schen Bundesstaaten wurde bis auf wenige Ausnahmen
in entgegenkommender Weise entsprochen.

Die Durchführung der 1. Reihe der Münsterlotterie
ist zu dem festgesetzten Termin von den Unternehmern
einwandfrei erfolgt. Die Ziehung selbst fand in den Erd-
geschossräumen des alten Schlosses öffentlich unter
notarieller Leitung und im Beisein von Mitgliedern des
Verwaltungsausschusses statt.

Bezüglich der Verwaltung und Verwendung der aus
der Lotterie gewonnenen Beträge, wurde zwischen dem
Münsterverein und dem Stift « Unser Frauen Werk » ein
Vertrag abgeschlossen wonach

1. die Erträgnisse der Münsterlotterie an die Kasse
des Stiftes ausbezahlt werden,

2. die Stiftsverwaltung sich verpflichtet, diese Be-
träge ausschliesslich zur baulichen Instandsetzung
und innern Ausstattung des Münsters zu ver-
wenden,

3. die Verwendung nach Massgabe des Kostenan-
schlages vom 17. Dezember 1909 zu erfolgen hat,
jedoch in der Weise, dass von dem dort für die
innere Ausstattung ausgeworfenen Betrage von
x,5oo,ooo JL eine Summe von mindestens einer
Million Mark in den nächsten 10 Jahren und der
Rest innerhalb 5 weiterer Jahre Verwendung
findet,

4. für die Verwendung der Gelder für die innere
Ausstattung eine besondere Verwaltungskommis-
sion gebildet wird, bestehend aus dem Münster-
baumeister, je einem Vertreter des Bischofs, des
Domkapitels und des Fabrikrates, sowie je zwei
von der Stiftskommission und dem Münster-

verein zu wählenden Vertretern, welche möglichst
Sachverständige sein sollen. Diese Kommission
beschliesst, soweit notwendig, nach Anhörung
von Spezialsachverständigen und vorbehaltlich der
Genehmigung der zuständigen Behörden.

Zum Schlüsse unseres Berichtes erübrigt uns noch im
Namen des Vereins und aller Freunde unseres Münsters,
all denjenigen zu danken, die zum glücklichen Gelingen
des schwierigen Unternehmens beigetragen haben.

Der Verwaltungsausschuss war sich wohl bewusst,
welches Mass von Dankbarkeit er vor allem dem hohen
tatkräftigen Wohlwollen Seiner Majestät des Kaisers
schuldete und er beauftragte, sofort nach Kenntnisnahme
der Mitteilung des Preussischen Ministeriums über die
erfolgte Genehmigung der Lotterie, seinen Schriftführer,
in einem Schreiben an Seine Excellenz den Chef des
Civilkabinets, v. Valentini, seinen Dank zum Ausdruck zu
bringen, mit der Bitte diesen Dank nochmals, gelegentlich
der nächsten Anwesenheit Seiner Majestät in Strassburg,
persönlich durch seinen Vorstand darbringen zu dürfen.

Durch den Herrn Staatssekretär wurde dem Vor-
sitzenden des Vereins, Herrn Weihbischof Zorn v. Bulach,
sowie dem Schriftführer dazu Gelegenheit geboten, und
Seine Majestät nahmen diesen schlichten Dankesaus-
druck huldvollst und mit der nochmaligen Zusicherung
des lebhaftesten Interesses für die Sache des Strass-
burger Münstervereins entgegen. Am folgenden Morgen
nahm der Kaiser, in Begleitung der Prinzessin Viktoria-
Luise und seines Hofes, sowie des Kaiserlichen Herrn
Statthalters Graf v. Wedel und des Herrn Staatssekretärs
Zorn von Bulach, in eingehendster Weise Kenntnis von
den Konsolidierungsarbeiten am grossen Münsterpfeiler
und dem Projekte für die Ausstattung des Chores, wo-
rüber Herr Münsterbaumeister Knauth Bericht erstattete.
Der Münsterverein war durch den engern Vorstand, den
Vorsitzenden, den Schriftführer und den Schatzmeister,
vertreten.

An dieser Stelle sei es uns auch gestattet den hohen
Regierungen der verschiedenen deutschen Bundesstaaten
für die wohlwollende Aufnahme unseres Lotterieprojektes
zu danken. Dass insbesondere die Regierung von Eisass-
Lothringen, an ihrer Spitze der Herr Statthalter Graf
v. Wedel und der Herr Staatssekretär Freiherr Zorn
v, Bulach, sowie die Verwaltung der Stadt Strassburg,
unserer Veranstaltung das grösste und wirksamste Inte-
resse entgegengebracht, wird dem Münsterverein in
dankbarer Erinnerung bleiben.

Den beiden Firmen, denen der Verein den Vertrieb
der Lotterie übergeben, dürfen wir unsere Anerkennung
nicht versagen: sie haben bis jetzt das in sie gesetzte
Vertrauen in vollem Masse gerechtfertigt.

Möge die unter so glücklichen Auspizien begonnene
Veranstaltung sich ebenso glücklich weiter entwickeln
bis zur Erreichung des hehren Zieles, dem sie dienen
will!
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