Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
















•*'

w^m. ' ": Mr- J*"^T^





-*'"'"







■.. -T^'?^'»»"

■ '■







5» ;'• *■"'•* •'■ - * '..'.;*,













■mMi^:^

i •



Abb. i. Kotscharly.

I. DAS LATMOSGEBIRGE UND DER LATMISCHE GOLF.

(Hierzu die Karte Tafel X.)

Das westkleinasiatische Gebirgsland südlich des Temnos ist durch Alfred Philippsons
weitblickende Forschung als ein geologisch einheitliches kristallinisches Gebiet erkannt worden, das er
als lydisch-karische Masse zu bezeichnen vorgeschlagen hat. Innerhalb dieser ist das Mäandertal der
bedeutendste Grabeneinbruch, der in seinem unteren Verlauf eine scharfe Trennung zwischen Mykale und
Mesogis einerseits, dem Latmosgebirge andererseits bildet.

Der Latmos ist von allen Gebirgen seiner Umgebung so grundverschieden aufgebaut, daß er in
weitester Entfernung schon als eine ganz besondere Bildung nach Form und Färbung auffällt. Seine wild-
zerrissenen Massen, die sich bis zu 1375 m erheben '), senden zahlreiche, sonderbar knorrige Zacken und
Kuppen empor, während die übrigen Gebirge jene langen, kantigen Linien zeigen, die für das östliche Mittel-
meergebiet so bezeichnend sind. Diese zahlreichen Zacken haben dem Latmos auch seinen heutigen Namen
Besch-Parmak (Fünffinger-Berg) eingetragen J).

Das Gebirge ist eine ungeheure Granitmasse, bei deren Anblick man sich an jenes eindrucksvolle
Wort Goethes in der Harzreise erinnert, mit dem er den Granit als den »ältesten, tiefsten, unerschütter-
lichsten Sohn der Natur« bezeichnet. Schroffe Schluchten zerschneiden dies gewaltige Massiv, dessen
Fuß schiefriger Gneis und Glimmerschiefer bedecken 3).

Nach der Mäanderebene zu laufen die Schluchten allmählich in schmale, wasserführende Täler aus,
und in diesen liegen die zahlreichen kleinen Ansiedlungen jurukischer Hirten, deren Ziegen die Abhänge

0 Wilski, Milet I S. 15.

') Der Name kommt öfters in Kleinasien vor, z. B. heißt so ein Bergzug im Südosten des kappadokischen Argaeus. Bei Kolossai
hieß im Mittelalter ein Gebirge 6 ir€VTcSx«P< vgl- Tomaschek, Zur hist. Geographie Kleinasiens im Mittelalter, S. 99.

3) K. E. Grützner, Beiträge zur Petrographie des westlichen Kleinasiens, Leipzig. Diss. 1908, S. 641. Philippson,
Reisen und Forschungen im westlichen Kleinasien (Petermanns Mitteilungen Ergänzungsheft 172 [1911]).

Latmos. r
 
Annotationen