Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst / Korrespondenzblatt — 10.1891

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Redigiert von
Professor Dr. Hettner
in Trier und
Professor Dr. Lamprecht
in Leipzig.




der

V e riag
der
FR. LINTZ’schen
Buchhandlung
in Trier.

Westdeutschen Zeitschrift für Geschichte und Kunst,

zugleich Organ der historisch-antiquarischen Vereine zu Backnang, Birkenfeld, Dürk-
heim, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Karlsruhe, Mainz, Mannheim, Metz, Neuss, Prüm,
Speyer, Strasshurg, Stuttgart, Trier, Worms, sowie des anthropol. Vereins zu Stuttgart.

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September. Jahrgang X, Kr. 9. 1891.
Das Korrespondenzblatt erscheint in einer Auflage von 4000 Exemplaren. Inserate ä 25 Pfg. für die
gespaltene Zeile werden von der Verlagshandlung und allen Inseraten-Bureaus angenommen, Beilagen
nach Uebereinkunft. — Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich, das Korrespondenzblatt monatlich. —
Abonnementspreis 15 Mark für die Zeitschrift mit Korrespondenzblatt, für letzteres allein 5 Mark.

Neue Funde.
75. Kösching, bei Ingolstadt. [Castrum und
römisches Gebäude.] Von den zwischen der
Donau und dem rätischen Limes gelegenen
römischen Ansiedelungen .haben naturge-
mäss die östlichen eine grössere Ausdeh-
nung und Bedeutung erlangt; denn hier,
wo der Grenzwall an die natürliche Barriere,
die Donau, anschloss, musste eine stärkere
Truppenmacht vereinigt sein. Diese Trup-
pen hatten den Vorpostendienst sowohl in
den am Grenzwall befindlichen Türmen,
als auch in den etwas weiter zurück ge-
legenen grösseren Wachtstationen zu ver-
sehen, während die Hauptmacht dahinter
in festen Plätzen stand. So schützte die

Doppelteste bei Eining-Irnsing den Donau-
übergang, das Westcastell bei Pfünz den
wichtigen Strass enüb er gang über die Alt-
mühl. In der Mitte zwischen diesen bei-
den Befestigungen muss ein Bindeglied
vorhanden gewesen sein, um die gefährde-
ten Stellen am Schambach bei Altmann-
stein-Sandersdorf und an der Altmühl hei
Kipfenberg zu decken. Das Castrum zu
Pförring war dieser Doppelaufgabe nicht
gewachsen. Aber trotz eifrigen Suchens
wollte sich bisher keine Spur einer wei-
teren Feste ergeben; denn diese war der
Ausgangspunkt einer germanischen An-
siedelung geworden und hatte ihre Physio-
gnomie geändert. Aus ihr wuchs nämlich
der heutige
Marktflecken
Kösching her-
vor. Die alte
Bömerburg
stand in dem
südwestlichen
TeileKöschings.
Betrachtet man
diesen genauer
(Plan I), so wird
man finden, dass
die Häuser,
welche an der
Westseite der
den Marktfleck-
en von Norden
nach Süden
durchquerenden
„Regengasse“
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