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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 181

Homerus, Odyssea et Batrachomyomachia

Pergament · 1, 208, 1 Bll. · 26,5 × 18 cm · Florenz (?) · 1. Hälfte des 15. Jhs.


Sprache
Griechisch.
Schlagwörter (GND)
Antike / Archaik / Homerus / Epos / Tierepos / Parodie / Fabel / Frosch-Mäuse-Krieg.
Diktyon-Nr.
65913.

1ar–1av vacat
Ir Inhaltsvermerk
Iv Schenkungsexlibris
1) 1r–201v Homerus, Odyssea
2) 202r–206v Anonymus, Batrachomyomachia
3) 207r–207v Anonymus, Vitae Homeri (Vita quarta et quinta)
208*r–208*v vacat


Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Florenz (?). Da sich die Handschrift im Besitz Manettis befand, wurde sie vermutlich in dessen Auftrag in Florenz angefertigt.
Entstehungszeit
1. Hälfte des 15. Jhs. Datierung aufgrund der Schrift; der Tod des Besitzers Manetti im Jahr 1459 fungiert als terminus ante quem.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Pergament, Vor- und Nachsatzbll. Papier.
Umfang
1, 208, 1 Bll.
Format (Blattgröße)
26,5 × 18 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
(I-1)1a + 1I + V10 + (V-119)19 + 18 V199 + IV207 + (I-1)208*. Bei ungezählten Bll. folgt die Zählung dem Digitalisat (1a, 208*). Vorderer Spiegel Gegenbl. von 1a, hinterer Spiegel Gegenbl. von 208*. Bl. entfernt hinter 19.
Foliierung
Die Foliierung in der rechten oberen Ecke der recto-Seite (f. 1–207) mit graubrauner Tinte könnte von Manetti stammen oder von derselben Person, welche die Foliierungen in BAV, Pal. gr. 172 und BAV, Pal. gr. 174 vorgenommen hat (die Ziffer 3 weist einen eigentümlichen Haken nach unten auf wie auch im Besitzvermerk Manettis in BAV, Pal. gr. 174, f. 1ar).
Lagenzählung
Das Lagenende ist am unteren Rand in der Mitte der verso-Seite mit griechischen Ziffern markiert (sichtbar z. B. auf f. 10v: α). Ebenso ist der Lagenbeginn an derselben Position auf der recto-Seite gekennzeichnet (sichtbar z. B. auf f. 11r: β). Diese Kustoden sind jedoch teilweise abgeschnitten.
Zustand
Sehr guter Zustand. Das Pergament enthielt schon bei der Beschriftung Löcher, die entsprechend berücksichtigt wurden (z. B. auf f. 88, 116).

Schriftraum
18 × 8,4 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte.
Zeilenanzahl
30 Zeilen.
Schriftart
Individuelle Gebrauchsschrift der Entstehungszeit.
Angaben zu Schrift / Schreibern
Es handelt sich um denselben Schreiber wie in BAV, Pal. gr. 293, der Überschriften mit Zierlinien mit Tierkopf schmückt (f. 178r; vgl. BAV, Pal. gr. 293, f. 1r).
Buchgestaltung
Die einzelnen Gesänge der Odyssee und die Batrachomyomachie folgen aufeinander, wobei die Überschriften als Trennelement fungieren. Vor dem Beginn der Vitae Homeri ist eine Drittelseite Platz gelassen. Die beiden Vitae folgen ebenso direkt aufeinander, wobei durch ein rotes ἄλλως der Beginn der zweiten Vita signalisiert wird.
Buchschmuck
Die Gesänge der Odyssee, die Batrachomyomachie und die Vitae Homeri besitzen rote Überschriften und rote Initialen (teils mit Fleuronné). Die Überschriften sind bisweilen von Seil-, Flechtbändern, Ranken oder Zierelementen gerahmt. Vereinzelt erscheinen rote Initialen zu Versbeginn bzw. sind Punzen einzelner Buchstaben mit roter Tinte ausgefüllt.
Das Explicit der Odyssee und die Überschrift der Batrachomyomachie sind stark verblasst.

Nachträge und Benutzungsspuren
Signaturschild der BAV auf dem Vorderspiegel. Inhaltsvermerk Homeri Udyssaea auf f. Ir. Schenkungsexlibris an Papst Gregor XV. auf f. Iv. Capsa-Nr. C. 38 auf f. 1r.

Einband
Roter Ledereinband der BAV aus der Zeit von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada und Papst Pius VI.; späterer Rücken mit goldenen Wappenstempeln von Papst Pius IX. (oben) und Kardinalbibliothekar Angelo Mai (unten), vgl. Schunke, Einbände, II, S. 909.
Provenienz
Augsburg / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Der Codex stammt aus dem Besitz des Florentiner Humanisten Giannozzo Manetti (1396–1459), dessen Handschriften gegen 1560 in die Bibliothek Ulrich Fuggers übergegangen sind (vgl. BAV, Pal. lat. 1950, f. 188v: Homeri Odyssea. et Batrachomiomachia. perg. 181. mane.). Fugger siedelte mitsamt seiner Bibliothek 1567 nach Heidelberg um. Dessen Bibliothek erbte schließlich 1584 der pfälzische Kurfürst Friedrich IV. Nach der Einnahme Heidelbergs gelangte die Handschrift 1623 nach Rom.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_gr_181
Literatur
Stevenson, Graeci, S. 94; Thomas W. Allen, The Text of the Odyssey, in: PBSR 5, 1910, S. 35–41; Reinhold Glei (Hrsg.), Die Batrachomyomachie, Synoptische Edition und Kommentar, Frankfurt a. M./Bern/New York u. a. 1984, S. 63; Paul Mertens, En préparant l’édition des Vitae Homeri, in: Miscellanea Critica, Teil 1 hrsg. von Johannes Irmscher/Bruno Doer/Ursula Peters et al., Leipzig 1964, S. 143.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt zitierten Literatur

Inhalt

1) 1r–201v Digitalisat

Verfasser
Homerus (GND-Nr.: 11855333X).
Titel
Odyssea.
TLG-Nummer
0012.002.
Angaben zum Text
Gelegentliche Korrekturen durch den Schreiber selbst.
Zur Handschriftenfamilie des Palatinus vgl. Allen 1910, S. 35–41.
f. 1r–8r Liber 1; f. 8r–15v Liber 2; f. 15v–23v Liber 3; f. 23v–37v Liber 4; f. 37v–46r Liber 5; f. 46r–51v Liber 6; f. 51v–57r Liber 7; f. 57r–67r Liber 8; f. 67r–76r Liber 9; f. 76r–85v Liber 10; f. 85v–96v Liber 11; f. 96v–104r Liber 12; f. 104r–111r Liber 13; f. 111r–120r Liber 14; f. 120r–129r Liber 15; f. 129r–137r Liber 16; f. 137r–147v Liber 17; f. 147v–154v Liber 18; f. 154v–164v Liber 19; f. 164v–171r Liber 20; f. 171r–178r Liber 21; f. 178r–186v Liber 22; f. 186v–192v Liber 23; f. 192v–201v Liber 24.
Titel (Vorlage)
1r ἀρχὴ τῆς ᾶ ὁμήρου ὀδυσσείας. Ἄλφα θεῶν ἀγορὴ ὀδυσσήιδι παλλάδι θάρσος.
Explicit
201v τέλος τῆς ὀδυσσείας ὁμήρου.
Edition
Homeri Odyssea recognovit Helmut Van Thiel, Hildesheim/Zürich/New York 1991, S. 1–338 (Hs. wurde nicht für die Edition herangezogen); Homeri opera, Tomus III Odysseae libros I-XII continens, editio altera recognovit brevique adnotatione critica instruxit Thomas W. Allen, Oxford 1962, S. 1–228 (Hs. wurde für die Edition herangezogen, Sigle R9); Homeri opera, Tomus IV Odysseae libros XIII-XXIV continens, editio altera recognovit brevique adnotatione critica instruxit Thomas W. Allen, Oxford 1963, S. 1–213 (Hs. wurde für die Edition herangezogen, Sigle R9).

2) 202r–206v Digitalisat

Verfasser
Anonymus.
Titel
Batrachomyomachia.
TLG-Nummer
1220.001.
Angaben zum Text
Gelegentliche Korrekturen durch den Schreiber selbst.
Gemäß Glei 1984, S. 63 hängt der Palatinus teils vom Subarchetyp Ambrosianus I 4 sup. (anno 1276) und teils vom Scorialensis Ω I 12 (11.-12. Jh.) ab, stimmt aber bisweilen mit dem Laurentianus 32,3 (11.-12. Jh.) überein.
Titel (Vorlage)
202r βατραχομυομαχία τοῦ ὁμήρου.
Explicit
206v τέλος τῆς μυοβατραχομαχίας.
Edition
Reinhold Glei (Hrsg.), Die Batrachomyomachie, Synoptische Edition und Kommentar, Frankfurt a. M./Bern/New York u. a. 1984, S. 70–107 (Hs. wurde für die Edition herangezogen, Sigle X); Homeri opera, Tomus V Hymnos, Cyclum, Fragmenta, Margiten, Batrachomyomachiam, Vitas continens recognovit brevique adnotatione critica instruxit Thomas W. Allen, Oxford 1952, S. 168–183 (Hs. wurde für die Edition herangezogen, Sigle V11).

3) 207r–207v Digitalisat

Verfasser
Anonymus.
Titel
Vitae Homeri (Vita quarta et quinta).
TLG-Nummer
1805.004 (Vita quarta), 1805.005 (Vita quinta).
Angaben zum Text
Eine γράφεται-Anmerkung am Rand durch den Schreiber selbst. Auf die Vita quarta folgt mit ἄλλως eingeleitet die Vita quinta.
Mertens 1964, S. 143 erwägt die Verwandtschaft mit dem Ambrosianus graecus 502.
Titel (Vorlage)
207r Γένος ὁμήρου τοῦ ποιητοῦ.
Edition
Homeri opera, Tomus V Hymnos, Cyclum, Fragmenta, Margiten, Batrachomyomachiam, Vitas continens recognovit brevique adnotatione critica instruxit Thomas W. Allen, Oxford 1952, S. 245–250 (Hs. wurde nicht für die Edition herangezogen).


Bearbeitet von
Dr. Anne-Elisabeth Beron, Dr. Janina Sieber, Universitätsbibliothek Heidelberg, 04.05.2020.
Katalogisierungsrichtlinien
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Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.