Right down to the text
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. gr. 238

Pseudo-Moschopulus, Lexicon dialecti attici (Fragment)

Papier · 2, 69, 1 Bll. · 21,4 × 14,7 cm · Italien (?) · 1. Hälfte des 16. Jhs.


Sprache
Griechisch.
Schlagwörter (GND)
Griechische Sprache / Attischer Dialekt / Lexikographie.
Diktyon-Nr.
65970.

1*rv vacat
1r Schenkungsexlibris
1v vacat
1) 1ar–69v Pseudo-Moschopulus, Lexicon dialecti attici (Fragment)


Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Italien (?). Die Schrift lässt auf einen griechischen Schreiber schließen, sodass – auch in Hinblick auf das verwendete westliche Papier – als Entstehungsort Italien in Betracht kommt.
Entstehungszeit
1. Hälfte des 16. Jhs. Die Schrift (siehe unten „Schriftart“) deutet auf eine Entstehungszeit innerhalb der ersten Hälfte des 16. Jhs. hin.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Westliches Papier.
Umfang
2, 69, 1 Bll.
Format (Blattgröße)
21,4 × 14,7 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
(I-1)1* + 8 IV63 + III69 + (I-1)70*. Bei ungezählten Bll. folgt die Zählung dem Digitalisat (1*, 70*). Vorderer Spiegel Gegenbl. von 1*, hinterer Spiegel Gegenbl. von 70*. Auf Bl. 1 folgt Bl. 1a.
Foliierung
Die Hs. weist zwei Blattzählungen auf. Die ältere Zählung ist mittig über dem Text im Kopfsteg mit dunkler Tinte notiert und setzt mit 26. auf Folium 1ar ein. Sie endet mit 96. auf Folium 69r. Die jüngere, heute maßgebliche Foliierung ist die vatikanische, die in der Ecke Kopfsteg – Außensteg notiert wurde; sie wurde mit Bleistift eingetragen (1–69).
Lagenzählung
Es ist keine Lagenzählung oder Ordnung durch Reklamanten vorhanden.
Zustand
Schäden durch Wurmfraß sind besonders auf den Bll. 1a bis 8, aber auch in der übrigen Hs. vorhanden. Die für die Hs. verwendete rote Tinte ist stark verblichen und teilweise nur noch schwer erkennbar. Die dunkle Tinte ist in ihrer Farbintensität kräftiger. Auf den Bll. 42 bis 63 sind Verfärbungen durch Feuchtigkeitsschäden sichtbar. Auf diesen Bll. ist die Tinte stärker verblasst bzw. ausgewaschen; die rote Tinte ist teilweise nur noch zu erahnen. Die Hs. wurde durch neuzeitliche Maßnahmen restauriert. Hierbei wurde auf beschädigte Stellen Japanpapier geklebt, zudem wurden viele Seiten durch Aufkleben / Anfasern von neuzeitlichem Papier im Vatikan wiederhergestellt.
Die Hs. ist unvollständig: Das überlieferte Lexikon setzt erst mit Buchstabe E (f. 1r) ein und endet inmitten eines Lemmas zu Buchstabe Ψ (f. 69v). Die vorhandene ältere Foliierung lässt auf einen Verlust von 25 Bll. zu Beginn der Hs. schließen.

Schriftraum
16,3 × 10–11,5 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte.
Zeilenanzahl
24 Zeilen.
Schriftart
Die Schrift ist den humanistischen Gebrauchsschriften der ersten Hälfte des 16. Jhs. zuzuordnen.
Angaben zu Schrift / Schreibern
Die Schrift ist aufrecht, reich an Ligaturen und von geübter Hand. Charakteristisch sind die Oberlängen bei τ, die Unterlänge bei χ, und die stetige Verwendung der Majuskel von Gamma und des lunaren Sigma.
Buchgestaltung
Der Text des Lexikons ist als Fließtext verfasst. Die Einträge sind alphabetisch angeordnet; durch die Nennung der übergeordneten rubrizierten Buchstaben, die etwas außerhalb des Schriftspiegels stehen, werden die Lemmata gegliedert. Die Lemmata sind im Außensteg in roter Tinte notiert. Die Erklärungen zu diesen werden durch rubrizierte Initialen eingeleitet. Die Enden der Kapitel werden teilweise durch Seilbänder hervorgehoben.
Buchschmuck
Die Hs. weist kaum Buchschmuck auf, was auch daran liegen mag, dass es sich bei dem Text um ein Fragment handelt und Anfang und Ende fehlen. Ob Beginn und Ende des Textes verziert waren, lässt sich nicht rekonstruieren. Der erhaltene Buchschmuck besteht aus den Rubrizierungen der Initialen und der Lemmata sowie aus zweisträngigen Seilbändern am Ende einiger Kapitel (z.B. f. 12r).

Nachträge und Benutzungsspuren
Auf dem vorderen Spiegel wurde die Besitzmarke der BAV eingeklebt. Das Schenkungsexlibris ist auf Folium 1r angebracht. Auf Folium 1ar ist im Kopfsteg der Titel der Hs. Manuelis Moscopuli Lexicon. sowie der Zusatz Integrum numero sowie die Zahlen 26. und 108 notiert. Im Kopfsteg findet sich weiterhin der Erwerbsvermerk 238 Cyp(rus), im Außensteg der runde vatikanische Besitzstempel (ebenso f. 69v) und im Fußsteg die alte Signatur N° 238 – Pal. gr. In der Ecke Kopfsteg – Außensteg ist die stark verwischte mit Bleistift eingetragene Fuggersignatur p. 129 und F. 3 zu erkennen.

Einband
Weißer Pergamenteinband der BAV aus der Zeit von Kardinalbibliothekar Jean-Baptiste Pitra und Papst Pius IX.; auf dem Rücken goldene Wappenstempel von Papst Pius IX. (oben) und Kardinalbibliothekar Jean-Baptiste Pitra (unten); die Signatur ist auf einem roten Schild eingeprägt, vgl. Schunke, Einbände, II, S. 911.
Provenienz
Augsburg / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Das Lexikon ist nicht vollständig in der Hs. überliefert. Die Besitzstempel der BAV auf Folium 1ar und 69v geben Hinweis darauf, dass die Hs. bereits bei ihrer Ankunft in Rom diesen Umfang hatte. Der Erwerbsvermerk auf Folium 1ar 238 Cyp(rus) zeigt, dass die Lagen mit den Einträgen zu A, B, Γ und Δ bereits beim Kauf der Hs. durch Ulrich Fugger fehlten. Dass die Hs. zu diesem Zeitpunkt über weitere Lagen am Ende verfügte, ist unwahrscheinlich, kann aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_gr_238
Literatur
Stevenson, Graeci, S. 129.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt zitierten Literatur

Inhalt

1) 1ar–69v Digitalisat

Verfasser
Pseudo-Moschopulus (GND-Nr.: 118785044).
Titel
Lexicon dialecti attici (Fragment).
Angaben zum Text
Ε: f. 1ar; Z: f. 12v; Θ: f. 14v; Ι: f. 16v; K: f. 20r; Λ: f. 27r; M: f. 28v; N: f. 31v; Ξ: f. 32v; O: f. 32v; Π: f. 36r; Ρ: f. 49r; Σ: f. 50r; T: f. 55v; Υ: f. 60r; Φ: f. 62v; Χ: f. 67v; Ψ: f. 69v.
Incipit
1a (Ἔ)αρ, ἔαρος καὶ ἦρος.
Explicit
69v <ψ>εύδομαι τὸ οὐ [unleserlich] λέγω.
Nachträge und Rezeptionsspuren
Es finden sich in margine viele kleinere Notizen und Anmerkungen. Auf Folium 35v ist eine Initiale von späterer Hand mit dunkler Tinte eingetragen worden; auf die entsprechende Stelle weist ein stilisierter Zeigefinger im Außensteg. Auf derselben Seite steht mit Bleistift im Fußsteg Defect geschrieben. Im Fußsteg von Folium 37v notierte der Schreiber der Hs. in einer sehr viel weniger ausgeblichenen Tinte eine zusätzliche Zeile. Auf Folium 53v ist ebenfalls ein Zeigefinger gezeichnet.


Bearbeitet von
Paul A. Neuendorf, Universitätsbibliothek Heidelberg, 24.09.2020.
Katalogisierungsrichtlinien
Die Katalogisierungsrichtlinien finden Sie hier.
Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.