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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. graec. 299

Nicephorus Gregoras, Historiae Romanae

Papier · 3, 80, 2 Bll. · 32,5 × 21,5 cm · Italien · Mitte 16. Jh.


Sprache
Griechisch.
Schlagwörter (GND)
Geschichtsschreibung.
Diktyon-Nr.
66031.
1ar–2av vacant
3ar Signatur
3av Schenkungsexlibris
1) 1r–80v Nicephorus Gregoras, Historiae Romanae

Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Italien.
Entstehungszeit
Mitte 16. Jh. Die Wasserzeichen deuten auf die Entstehung nach 1530, während der Tod Cipellis 1553 den Terminus ante quem angibt.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Papier, Vorsatzblätter Papier.
Umfang
3, 80, 2 Bll.
Format (Blattgröße)
32,5 × 21,5 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
I2a + 13a + 10 IV80 + I82 . Auf die Spiegel sowie die zugehörigen Vorsatzbll. wurde jeweils ein Doppelbl. aus Marmorpapier geklebt, so dass das Marmorpapier die Rectoseite von Bl. 1a bzw. die Versoseite von 82 bildet. Die Zählung der ungezählten Bll. folgt dem Digitalisat (1a–3a, 81–82).
Foliierung
Vatikanische Foliierung (f. 1–80); ab f. 73r falsche Zählung (beginnend bei 41) wegen falscher Zuordnung der letzten Lage zu BAV, Pal. gr. 304; richtige Zählung wurde später ergänzt.
Lagenzählung
Reklamant auf jeweils letzter Versoseite; ursprünglich Lagenzählung auf jeweils erster Rectoseite mit griechischen Zahlen, teilweise abgeschnitten. Die Höhe der Zahlen (über 30) deutet darauf hin, dass das Werk früher umfangreicher gewesen ist.
Zustand
Gut erhalten. Blätter 73–80 waren einst herausgenommen, zwischenzeitlich aber durch Klebebindung wieder eingefügt worden, allerdings schief. Abnutzungsspuren am Einband.
Wasserzeichen
Wasserzeichen auf Vorsatzblättern (f. 2a und 81) BONFICI IO VANNI; in Teilen der Hs. Armbrust im Kreis mit Lilie (ähnlich Harlfinger, Arbalete 62, von 1543) und Anker im Kreis mit zweikonturigem Kreuz (ähnlich Harlfinger, Ancre 83, datiert auf 1534) und Reichsapfel (nicht datierbar).

Schriftraum
22,5 × 13,5 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte.
Zeilenanzahl
30 Zeilen.
Schriftart
Späte Minuskelschrift des 15. oder 16. Jhs., einige Ligaturen: στ, ει.
Angaben zu Schrift / Schreibern
Der Schreiber ist unbekannt.
Buchgestaltung
Die Hs. scheint Bestandteil eines größeren Werks gewesen zu sein, von dem nur ein Teil erhalten ist.
Buchschmuck
Rubrizierte Kapitelüberschriften und Initialien. Teilweise (z.B. f. 13v) wurden Bestandteile der Überschriften später mit frischer Tinte nachgezogen.

Nachträge und Benutzungsspuren
Auf dem oberen Schnitt Autorenangabe Gregor. Niceph. - f. 3ar: Capsa-Nr. C.61 / 83; 299 egnat.; Stempel der Bibliothèque nationale de France auf f. 1r und 80v, Uni-Bibl. Heidelberg auf f. 1r; Schenkungsvignette des Herzogs Maximilian von Bayern an Papst Gregor XV. von 1622 auf f. 3av.
f. 72v Imperfect. Supplendus tamen est ex cod. 304 Palat in quo fol 41 per errorem compacta fuere folia que hic desunt. Zaccagnius. Diese Blätter sind aber wieder hier eingefügt worden, allem Anschein nach noch während des Aufenthalts der Hs. in Rom, also vor 1797, wie der Eintrag [suppleta est] K. Z. zeigt. In BAV, Pal. gr. 304 findet sich der Eintrag Septem postremae paginae, quae per errorem a Librariis cum hoc compacta fuerant, relatae sunt in Cod. Hujus Biblioth. n°. 299. ad quem pertinent Laur. Zaccagnius praenotaverat.

Einband
Roter Ledereinband der BAV aus der Zeit der von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada und Papst Pius VI.; Rücken mit goldenen Wappenstempeln von Papst Pius VI. (oben) und Kardinalbibliothekar Saverio de Zelada (unten).
Provenienz
Venedig / Augsburg / Rom / Paris / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Die Handschrift stammte, wie die Signatur egnat. zeigt, aus dem Nachlass des 1553 verstorbenen Venezianers Johannes Baptista Cipelli. Dessen Erbe gelangte kurz darauf an Ulrich Fugger, mit dem sie nach Heidelberg kam, später nach Rom. An den Einträgen sieht man, dass sie vom Präfekten der BAV, Lorenzo Zaccagni, bearbeitet wurde. Mit dem Frieden von Tolentino (19.2.1797, vgl. Wilken, S. 238) wurde sie nach Paris geschafft, von wo sie 1816 nach Heidelberg zurückgegeben wurde. Ein Teil der letzten Lage war zwischenzeitlich entfernt und ans Ende von Pal. gr. 304 eingefügt worden, wurde später (höchstwahrscheinlich im Laufe des 18. Jahrhunderts in Rom) aber wieder an der richtigen Stelle eingefügt, wie der Eintrag von Karl Zangemeister (f. 72v) bestätigt.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpgraec299
Literatur
Stevenson, Graeci, S. 168f.305; Friedrich Wilken, Geschichte der Bildung, Beraubung und Vernichtung der alten Heidelbergischen Büchersammlungen, ein Beytrag zur Literärgeschichte vornehmlich des funfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts; nebst einem … Verzeichniß der im Jahr 1816 von dem Papst Pius VII. der Universität Heidelberg zurückgegebenen Handschriften und einigen Schriftproben, Heidelberg 1817, S. 284–287; Lehmann, Fuggerbibliotheken I, S. 94f.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt zitierten Literatur

Inhalt

1) 1r–80v Digitalisat

Verfasser
Nicephorus Gregoras (GND-Nr.: 118697463).
Titel
Historia Rhomaia.
TLG-Nummer
4145.001.
Angaben zum Text
Titel (Vorlage)
Τοῦ αὐτοῦ Νικεφόρου τοῦ Γρηγορᾶ λόγος κη. Τὰ τοῦ διαλόγου πρόσωπα θεότιμος καὶ ἀγαθάγγελος.
Incipit
1r Ἄρτι δὲ τοῦ χρόνου τὰς λευκανθείσας αὐτῷ τοῦ γήρως ἀποξέσαντος χειμερίας.
Explicit
80v καὶ τίνα τάξιν εἰληφέναι δέον ἕκαστα τῶν ἑξῆς.
Textgestaltung
Für die Überschriften wurde großzügig Platz gelassen, so dass zwischen den einzelnen Büchern häufig einige Leerzeilen entstanden sind.
Nachträge und Rezeptionsspuren
f. 32r Unterstreichungen mit roter Farbe. Kennzeichnung von Zitaten durch Nennung der Autoren am Rand, teilweise in Rot.
Edition
Migne PG vol. 148/149 (Hs. nicht erwähnt).


Bearbeitet von
Vinzenz Gottlieb, Universitätsbibliothek Heidelberg, 09.06.2020.
Katalogisierungsrichtlinien
Die Katalogisierungsrichtlinien finden Sie hier.
Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.