Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Ls Arglistige Namm
lich in die Falschheit schicken/ nachdeme sie ihre Augen geworffen in
hie schöne Gest alt des Josephs/so dafelbsten in Diensten/ so warzm
gleich auch die Keuschheit verworffen. Darumbehrliche Weiber
sollen beschaffen ftyn/wieder armen Lenthe ihre Suppen/ die gar
wenig Augen hüben. Sie feyrere nicht/ und sucht in aliweeg^-r Übels
Beginnen zu Vollziehen; jasiefcuretenurgar Znstarck/als w/!chs
MmhwMge Cupido so sehe entzündet hatte. Da auff eine Z-il em
Vornehmes Fest eingefallen/ und mein HerrPmiphar die Königliche
Hoffstatt in den Tempel begleitet / öazumahlen bliebe das strubere
Frauenzimmer zu Hause / beklagte sich wehmürhig/ wie daß sie so
überläffige Zahn, Schmertzen leide/ja die gantzeNacht hindurch habe
sie nicht ein Ung zugeschlossen/seye demnach ihr nicht möglich/mso
fcharssen Lufft zu gehen. Ach das seynd Schmertzen; (O Schelmen
im Hertzen l) Ach was leyde ich! Es wäre kein Wunder/ daß ich den
Kopff an ein Wand stosse. (O Bestia! an ein Spanische Wand/
die vor dem Pech stehet.)AchJammerl (iichi. wegenderKammer.)
Mensch kauff geschwind in öieÄMhecken bey dem weissen Einhorn?
(garrecht/)bringalsobaldeneingebran Hirsch-Horn/ (duar¬
mer Putipharmerckest das eoncepc nicht?) In Summa ihr Herr
hatte selbst ein hertzliches Mitleyden mit ihr. er konte aber wegen sei-
nes Diensts nicht zu Haus bleiben/ schaffte aber gar ernstlich den
Menschern/baß sieausdieFrau Achtung geben/und sie bester massen
hedienem O nein mein Schatz/ sagte sie / ich hatte deffenrhalben
einen Serupel/ wann ich sie bey so hohem Fest nicht in die Kirchen
thäte schicken/es ist schongenug/wann der Verwalter/der Joseph/
zu Hauß bleibt / er pflegt ohne das nicht zuseyu bey unfern
täten/ weilen er nichtunsers Glaubens: So seye es/der Herr fahrt
«us/die Bediente gehen aus/ und die Zahn Schmertzen seynd auch
<ms. Madame die unverschämte Lc LXcem, kc. begehrt von dem
Jostph/was dieEhrbarkeit undFurchtGOttes nicht konte zulassen/
weil sie einen schlechten Bescheid auffihr verruchtes Emorigi erhal-
ten/ also rhät sie bald die Lieb in Haß verwandeln / zeigt den Man-
M welchen her flüchtige Joseph in ihren Händen gelassen/ihrem
Herrn/
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