Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Complimentlcende Närrin.
Tempel mit Aschen bestreuet/ nachgehnds die L'riir KZ-
«iglichm Ring von auffenverfigelt/ rnLems vorher? ftd/u h«st,» -s
grosse Opffer daselbst abgelegt worden. Frühe Morgenseo. re
der Daniel sambtdem König die Thür/ und finden also bald in-bem
Aschen allerlei) Fuß.Pfaden so Wohl der Manner/ als Weiber/und
Kinder / und sei-nd dahinder kommen / daß diese Götzen-Pfaffen
unter der Erd einen heimlichen Eingang gehabt/ und täglich an statt
ihres Abgotts Bei alles verzehret/ welche durchtriebene Boßheit sie
niögesambt haben müssen mit dem Leben bezahlen/ La», c. 14.
Ach! wann man hinter den Betrug manicher compiimeml-
rsndsn Närrin kommen könte/ was vor ein Falschheit würde man
finden ? Anfänglich wirst du nichts hören als lauter SüffigkeMJHr
Mnndistein süsser Höing -Fladen/ ihre Zung ein süsser Latwergen-
Schnitz ihre Hände und Finger seyndvon Mareipan/sie har Holip-
pen Ohren/ihr Nasen ist ein Zucker- Fluß / ihre Augen stund ein
süsse Sultzen/ die hin und her zittelt/als wie cin unruhige Compaß-
Nadel; Mit einem Wort / du wirst meinen / es bätte dich ein Zu-
cker Bäckerin mnb die Nacht-Herberg. Sie redet von nichts an-
ders/als von Hertzen und Schertzen/von Schatz und Kammer-
Katz/von Singen und Springen / von Pfeiffen und Geigen / von
Bändlen nnd Tändle» / von Lachen und Zuckerbachen ; Rosen /
Ziberh/Bisem und Balsam hat siehinzuschüiten; Ambra/Sto-
rax und andere Arabische Rauch-Werck gibt sie genug; Uber: nach
allen diesen Ireuden/nach aller dieser Ergötzlichkeit/nach aller süssen
Wollust/ die etwann einen Augenblick gedauret/ fängt der Teuffel
erst recht an zu stincken: Ihr Mund wird ein Sau-Trog/ ihr Na-
sen ein Rotz-Canal/ihr Zungen eiuBibcr Gaü/ihceHand stinckcnde
Leim Spindeln/ihre Augen zerstunckens Tauben-Eyer; und wird
aus einer süffenZuckerbacheriu gantz schnell ein stinckendcrMistfinck.
Sie sagt nichts anders/als von Weinen und Greinen von Schmer-
heu der Hertzen/ von Kummer und Plagen/ von lauter Verzagen/
GMOnzerbeissen/ von nagendemWurm/von Hagel und Sturms
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