Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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k rL Fürwitzigs Närr'm.
gaffet drein und höret den : Ey! Er aber verstehet örey: Unser
ftyndrey! Daskan nicht seyu! unser ftyn nur zwey/ sagt der Aff/
und vergaffet sich in dem Spiegel; Von Hütten schlagt ein Jäger mit
dem Prügel drem; Ey: Unser seyn drcy! Als er mir dem Affen und
mit dem Spiegel in eine Grube ist gefallen: Da wirst du junge Af-
fen ausnchmcn!
Das fürwitzigeNachlauffen war hier schädlich/und istfast alle-
zeit schädlich / wann man anderer Leute Sachen wissen will. Es fal-
let mir bey / was einer fürwitzigerr Frauen / ss die andern auch alle
Kngezüuder/ midsrfahrmist.
Zn Rom war vor Zetten der Brauch / daß die Vätter / so da
Raths.Verwaudte waren/ auch ihre Söhn / weiche dazweymch
zwantzigste Jahr erfüllet / mit sich irr den Rach börsten führen; Da-
mir selbige auch mir der Zeit die Kiugmnd Weißheir erlerneren.
Nuu'hegaöeS sich auf emZeit/Laß em Römischer Jüng¬
ling /mit seinem Vatter in den Rath gangen / und alldsrk gesehen
und gehört / was abgehandlet worden ; Als aber der Iünglmg
nacherHaußkommen/ har ihn seine Mutter (wie doch die Weiber
zuweilen fürwitzig ftynd/) deyftiks genommen / mW heimlich ge-
fragt : Mein p^n , sag mir / was hat man heut im Rarh gutes
gehandelt ? Der Sohn / gibt ihr zur Antwort: Mein Mutter / ich
darffs nicht sagen / ich muß es bey mir behalten. Die Mutter hal-
tet noch stärcker an / und dringt noch begieriger darauf: Mir Larffst
du es wohl sagen / ich sags keinen einigen Menschen re. DerKnab
sähe wohl/daß er ohne Antwort nicht darvon kommen kunr/ ersinn
Leidig lächerliche Gedicht / und spricht: Mm Mutter / man hat
bald Rath geschlagen /ob eSvielleicht dem gcmemenNutzen fürtrag-
licher wär/ wann ein Mann zweyWeiber/oder ein Weib zweyMän-
ner hätte?Di§ Mutter erschrickt üb^r diese über dieseAntwort/gehe
voller Unmuch und Zorn heimlich hm zu ihrer Nachbarin / sagend:
Schau/was ich dir sagen muß / was mir nmEohn heimlich ver-
trank/ was man henk in Rath für eine scheue Frag auf die Bahn ge-
bracht.
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