Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Faule Närrin._ ir;
schon auch Verkeilungen zu nennen seyn möchtendso seyndsiegleich-
woleniüchtsoverdrüßlich/alSjenessovonWeibcrnherkommen.Ia/
wann sie schon eine Sach anfangen / so verderben sie doch alles berge-
stalten/ Laß man nicht mehr weiß zu heissen; Auf dieses glaube ich/
habe Äiloäirer»
kc^rninLscemlnsum nonbsncllnlcopur.
Gib du dem Weib was vor die Händ/
Sie bringt die Sach zu keinem End.
Skmck faul Ware?angc:-i, von welcher v-oru; erzehlet/ baß
sie niemalen zu rechter Zeit das Fleisch zu dem Feuer setzte / und da
man wollte cffcn/ware solches annoch/ wie cs der Herr aus der Metz«
ge nacher Haust gebracht hatte/ dieser / ob solcher Nachlässigkeit ver«
drüffig/ ergriffe eines Mittags bey LerTsfeldasFleisch/und wirffr
solches der Neniica, seiner Magd/ in das Angesicht / und weilen
zum Unglück ein grosses Bein in demselben verborgen Ware/ hat er
ihr mit solchen den Schlaff getroffen / worüber sie gleich todl darnie-
der gefallen ist.
Einer solchen faulen Närrin kan nian fast die gantze Wclt vor-
stellen/und sagen: Sihestdu dann nicht/ wie alle Menschen sich
sauer müssen lassen werden / und in dem Schweiß des Angesichts
ihr Brod essen ? Sihe/ es ist der Bauer bey dem Pflug/ der Haffner
bey dem Krug/ der Gärtner bey demPflantzen / der Soldat bey
LemSchantzen/ der Schreiner bey dem Hobel/ der Kürschner bey
demZobel/ derZimmermann bey der Hack / der Müller bey dem
Sack/ der Schneider bey der Nadel/ die Spinnerin bey dem Radel/
der Goldschmidt bey dem Letten/ der Beck bey dem Anetten / der
Bier-Bräuer bey dem Kessel/ der Aporhecker bey dem Stössel/ der
Sattler bey dem Sattel/ der Koch bey dem Brätel / der Kauff-
mann bey den Maaren/ der Fuhrmann bey dem Fahren/ der Zien«
gicsser bey der Scheiben/ das Kuchl-Mensch bey dem Reiben/ der
Maurer auf dem Grüst / der Bauer-Knecht auf dem Mist/ der
Schmidt bey den Juncken/ der Weber bey LerDuncken/ der Lede-
Q - rer
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