Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Die krancke Närrin. ;7/
der Herz obgedachtes Beck hervor bringen/ und dem Arm Wersen /
worüber sich dieser hoch verwunderr/urd sprachzum Kranckcu IHv
Gnaden können selber leichrlich abnehmen/ daß dieser Uusiarh hat
müssen hinweg / dann er ihme im Leib grosse Ungelegeuheir hätte ge-
macht/ daraufgab der Herr zur Antwort/ das wüst ich gar wsL und
Ware gleich Anfangs solcher Meinung / darum hab ich ihn nicht las-
sen in mich kommen.
Mamchs Närrin nimmt dieMcnge Pillulen/ Pulver/Latwer-
gen/ und andere Actzneyen einmud macht ihr erst in ihrem Leib/em
solches natürliches Sudelwerck/und das alles/weilen sie immer ver-
meint/es fehle ihr etwas.
Sonst sagt man / was ist das ? es hat kein Fuß/ und läufst doch /
es har keineHänd/und raufst doch/es hat kemeUrm und schlagt doch/
es har keine Msel/und trägt doch/es hat keine Fuß/ und tantzt doch /
es hat keine Händ/und schantzt doch/ es hat kein Mau!/ und rrinckk
doch/es hat keine Finger/undwinckt doch/es gehr durch das Feuer/
und brennt sich nicht/es geht durch das Wafsir / und netz k sich nicht /
es geht durch dieIchwerdter/und verwund! sich nicht/ es gehr durch
das Koch/ und besudelt sich nicht / re. Mit dem Loch har es gerrun-
cken unit dem Dachau ist es versuncken/ mit dem Jacob hat es gchun-
ck en / mit dem Petro hat es gewuncken / re. Antwort / Liß ist der
Schatten; dann dieser thnt alles/ was der Leib / und hat doch keinen
Leib/ hat keine Füß/und laufft/hat keine Händ/ und raufst / rc. das ist
der Schatten/manchs Närrin werden nur von dem Schattender
Krauckheit/ das ist/ von der Einbildung gekräncket.
Frau Theresia wie geht es ihr? nicht gut / sagt sie; der Heiligen
Cacharinä mahlet man sonsten ein Rad zu/aber mich hat koi-mQL
mitihremGlücks Rachvöllig verlaffen/ichhab schon E nit
ein einige glückselige Smnd/bin ein gantzeZeir übel auf/ ich habe ei-
nen fo elenÄenMagen/ich glaub/erkuntauch dasMannaoderHim-
mc! Brod nicht verdäuen/welchesGStt denZsraelitcrn in derWü-
sten gespendiret z ich hab schon so vielTränckl aus der Aporhecken ge-
Z nom-
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