Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

Page: 195
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/abraham1713/0281
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Dis karge Narrm. ist
Sehr die! har die Freygebigkeit und Gast-Ireyheit auch einge-
tragen jener vornehmen adeü'chen Frauen / von weicher im 4- Buch
der Königen e.4.zn leseu/daß als der grosse Prophet Eiisäus zum öf-
ttrndey ihrem Haußvorbeygereist/ hatsirihn eiusmals m lhreBe-
Hausung emgeladen/ und ihren Herrn dahin beredt/daß er ihm em bs«
sonders Zimmer eingegsben/und alleNochdurst verschaffet hat/allwo
er samt semcADienee ausruhen könnte. Und obwol dicseFrau sehe
reich/ auch von hohen Stamm gebehreu ; wartete sie doch diesem
Fremdling also auf den Dienst/ daß er ihr hernach zur Deckbar-
keit denScgen gegeben/daß sie (weil sie sonst keinen Sohu hatte) em
sch önes 5d uäb! überkommen/ und solches eben um dieZeir/unD zu der
Stund/ als LiiLus vorgesagt/ glücklich auf die Weir gebohren. Ja
selbiges/als es hernach über erliche Jahr Todts verblichen/wieddrum
zum Leben erwecket/und der Mutter gegeben hat.
Worzu hilfft dann die Kargheit? zu nichts.
Daß ein Stein Wasser gibt / ist ein Wunder: und diß ist gesche-
hen zu Zeiten Msysis. Daß ein altes Weib mit achtzig Jahren Mitch
gibr/und die Stell einer Amme! versicht/ ist ein Wunder / und diß ist
geschehen Auno 1228-in der Sabinesischen vioeces. Durch Vorbitt
deß Heiligen Seraphs scheu Vatters Francisci. Daß ein Eyß Feur
gwt / ist ein Wunder / und diß ist geschehen durch die Vorbitt deßHei-
ligen Sebaldi. Daß em verstohlner Raab Brod gibt / ist ein
Wunder / und ist diß geschehen dem grossen Eliä. Daß aber ein
Geitziger von seinem Geld und Gut etwas gibt / das ist noch ein Arösi
ftrs Wunder/und diß geschichr gar selten. Dahero der Geitzlgs ei-
ner Sau/ einer Vipern/unL einem Baum nicht ungleich/ dieser tragt
vor anders die Früchten/also sammlet derGeitzhalß nur andern die
Neichthum. Die Viper ist bey Lebs-Zciten fthädlich / aber nach
dem Todt ist sie sehr nützlich / ferderist in dem Methridat/ em Geltz-
halß ist die Zeit seines Lebens seinem Nächsten mehr schädlich als mm-
lich/ wer! er mit Betrug und Unfug viel Geld zusammen gescham/
aber nach dem Todt ist er sehr nützlich/ absonderlich dem Erben. Ein
Bb 2 Sau
loading ...