Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Die klemmüthigeNärrm. Lv?
deines Angesichts solstu dein Brod cssen. Der H.Paulus auch in feiB
nemApostolar har ftinBrod gewonnen mitArbcir/ und hat eine Zelts
Scl.-uerder abgeöen.Der H.Ioseph har sich und sein armes Hauß mit
der Zimmer-Arbeit ausgehaltem Indem Christus der Heyland die
Sorgfältigkeit verhörten / wird hierdurch nicht alles Sorgen ausge-
schloffen/sonLern mrr allcittdkühermässigsMucken/diegar zu ängsti-
ge Kummernuß / die gar zu fsrchtsame Kleinmüthigkeit werden ver-
worffen. Wann jemand heimlich trachtet / und wachet nach nichts
anders/als wie er sich und die Semigen soll erhalten/und so gar der
GöttlichenNrovjcienr nichts überlast. Ein jeder soll zu Morgens/
warn es Zeit und Gelegenheit ZulüffLn/ein Heil- Meß hören / im Ab-
gang derer wenig sich durch ein Heil. Gebet / dem Allmächtigen
GOrr befehlen/nachmals gehet der Tischler zu seinem Hobel / der
Kirschner zu seiner Zobel / der Schuster zu seinem Leder / der Schrei-
ber zu seiner Feder / der Schneider zu seiner Scheer/der Kramer zu
seiner Waar/ der Fleischhacker zu seinem Beil/ derSchlosssr zu seiner
Feil/ der Lederer zu seiner Garben/ der Mahler zu seinen Farben/ der
Buchbinder Zu seinen Büchern / der Gewölb Diener zu seinen Tü-
chern/derMaurer zu seinerKellen/derWeißgärber zu seiuWellen/rc.
Ein jeder gehe zu seiner Arbeit/ treibe sein Gewerb/ thue keinem Un-
recht/laffe nichts ermangeln an sememFleiß:Jm übrigen mache er sich
keine Mucken / sondern laß es alles über GStt seinen himmlischen
Vatter/und seiner Göttlichen Vorsichtigkeit. Lache und singe hupffe
und spriuge.Juhu! seye allzeit gutes Muihs. Aber ich höre die klein-
müthige Närrin sagen : Mein Gewerb ist unter dem Zeichen deß
Krebs/ gehet alles zmuck: Mein Maul ist unter dem Zeichen deß
Wassermanns/ich getraue mir kein Bier/ geschweigeWeinzutrm-
cken: Mein Weib ist unter dem Zeichen deß Zwillings/ hat mir dieses
Jahrzwey Kinder aufeinmalgebracht: Meine Freund seynd unter
dem Zeichen deß Scorpions / sie lassen mich alle im Stich: Was
muß ich dann anfangen? Es ist kein Geld in der Taschen/cs ist kein
Wem in der Flaschen/ es ist kein Lräyd in der Scheuer / es stehet kein
Ce Haft
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