Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Tm kuplerische Narrm, Lös
Fuchse Blick/ diese Haar / über nicht Schalckwstnds Wölffm / ftynd
dermassenludcü in ihren Anschlägen/ so arglistig in ihren Erfindun-
gen/ socircu^sps<I in ihren Beob.achmngen/ da sie gar meisterlich
nach Oonäk-ron und (Anmcär der Personen / mit welchen sie reden/
ihre Worte wissen vorzubringen / verstellen sich in umerfthiMche
Form und Gestalten/ wie ein Nroceus, veränderen die Färb / wie Oä-
m^cOncs^mir CrdeuckulMn Mer List und Betrug /
zu erlangen.
Also zwar /daß / wärmste das erstemal einen Verliebten mit
Worten überlanffcn/sslche gleichsam Mummen / und wie Heß Lochs
Weib unempfindlich da stehen/geben Antwort mtt Zitierenden Leff-
tzen /ja dermassen von ihrem lären Gefchwatz/mw verguldtenEinla-
drrugen conMs, und furchtsam gemacht / daß sie kaum em rechtes
Won können soi-mircu/und hervor bringen / und Haffe also doll der
wallenden/mW verwunderenden Gedancken (also zu reden)nichkbcy-
fich seyud/ vermeinen die Kuplerm / daß kem recht lebendig/ und lang
daurends Lieös Flammen in denen gegen jener / venwelcher sie die
stenMichs^mvLwiarL ablegen/ in ihnen brenne/ wann sie auf ihre
abgeiegre Fragen nicht also gleich eins OgcNeZorrsche Antwort erhalt
reu/wornach dann sie sich deß von Natur impOrrunsn und überlästi-
gsn Blaßbalcks bedienen / UM mittelst dessen mit Gewalt Len Rauch
dsrLiebeiNLmemIMWortzuseheu. UllerschönsteeundfreuuLlich-
ster Her^/fageu sie: Jens liebt euch so sehr / beter in ihrem Her-
tzen keine andere Ereatur an / als dero holdfteiigstes Angesicht / und
freundliche Gebärden / ja gewißlich mehr durch den Schütten dero
Seel/als durch ihren eignen Geist lebe: und der Her; verlieret
mir kem Wörtlmr von ihr ?ist demnach fchlüßlich zu-erkennen/ daß
ste nur spötle und vexiere nach seinem Beü'elwmOSie N weft
gegen dem Herrn mit Leib geneigt/ wäre ffs frey wie LerHerr/ damr
wurde sie ihr unendliche Liebe gegen ihm erzeigen: Dakers
tmgfast bezwungen/ derKuplerm/damit nicht die garmsSach sir
Rauch aufgehe/zu amworten ftgt er/ zchfylte wich
C c Z. mp.
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