Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Die mulickMde Närrin. r r f
kunsweiche Harpffen-Schlager Ware bey dem König?enZnäer zu
Coruttho sehr betteot / wie er sich dann stäts an dessen Hoff aufgshal-
ren-^r-on schiffte einmals nach Italien und Sicilien / allwo er durch
sein kkmstiiches mullcrren viel Geld und Silber verdienet/ und also
einen grossen Schatz zusammen gebracht. Da er vermeinte reich
genug zu seym Haler sich mit seinem Schatz aufemCormchisch Schiff
begeben / mWillen wiederum nach Hauß zu steglen / und seinen Kö-
nig ?erianäei? zu bedienen / so bald das Schiff in das weite Meer
kommen / haben dis SchGeuk zusammen gestimmet/ den ^non zu
rodkeu/ und m das Wasser zu begraben / damit sie sich dessen Schatz
möchten theühaffug machen/ /^non vermerckte den saubernAnschlag
gar bald/bittet die treulose Ruder^Knrcht/ sie sollten ihms dochdas
Leben scheu(ken/er wolle ihnen freywillrg all semReichthum überge-
beu/und gutwillig darreichen. Aber Leu Mord-Schluß haben sie
unverändert gehalten / doch wollten sie nicht selbstHand anlegen/som
deru befahlen solte sich selbsten in das Meer stürtzen. Worauf
^rion ftme beste Kleyder angezogen / seine Harpffen in die Hand ge-
nommen/ auf den vordersten Thell deß Schiffs getretten / auf der
Harpffen zu schlagen / und sehr künstlich zu mul^rm angefangen/
undhiemit die Harpffen in derHand haltend/ sich selbsten in DasMeer
gestürtzet. D-e Schiffer seynd darvon geseeglet/in der Meinung der
werde schon genug getruncken haben. Mer was könte sich
wol für em verwunderliches Geschick hervor thun/gleich kommt ein
Mesr-Schwem bcran geschwommen/nimmt den ^rion auf ftineRu-
cken/und führet ihn unverletzt frllch und gesund nicht weit vonCorm-
tbo ans Land, z^rron verfügte sich gar bald zu dem König ?ermn-
ller, erzehwl ihm den gantzen Verlauff seines Glück und Unglücks/
unterdessen KMen die Schiffs
welche der König/da er den ^r-ionzuvor verborgen/gleich zu sich ae-
ruffen und gefragt/ob sie nichts von gehört hätten? da antwor¬
teten sie: er- wäre in Italien in grossem Ansehen und Reichrhum. Un-
terdessen tritt mit seiner Harpffen hervor / schön bekleidet / mit
stölichem Angesicht / und spilte gleich jEs Lieblein / mir welchem er
Ff r ihme
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