Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Die Roman-Mm'u. _ rL?
Geschicht eine laug verliebte Unierrednng/zwischen einem Liebhaber
und seiner Liebsten/ und brach endlich in diese Wort heraus : Es
ist Schade um so übel-angewendeten Verstand/ sic waren beyde bei-
sammen / und noch darzu alleine. Wodurch ne sehr wol an Tag gab/
was ihre Gedancken hievon waren. So musidami dieLesung der ver-
liebten Bücher sehr gefährlich seyn?
Die Königin m Schlaraffenland/kb2»miainitNamen/als sie
vermerckt daß ihr letztes End vorhanden / fordert sie ihre drey Prin-
tzen / samt etlichen der vornehnrsten Hoff-Herren vor sich / macht ein
Testament/und verordnet neben andern l.czgrenihr liebes Schatz-
Trühlein so von purem Gold-Derlen/undEdelgestein versetzet war/
demjenigen einzuhändigen/welcher der allernärrischste ausder Welt
wäre. Als sie nun verschieden /haben ihre drey hinterlassene Prin-
tzen dahin getrachtet/ daß die letzte vilpngcion ihrer Frau Mutter
vollzogen würde. Zu diesem Ziel und Ende habensie an alle Ort und
End gewisse LommiUzno-ausgesimdt/ Narren zu erfragen. Sie
dorfften aber nicht weit reisen/ so krassen sie schon einen an / einen ein-
fälligen Pilgram/ welcher von seinem Vatterland aus 56. Weil
Weegs hingezogcn/und anfRomgereist/ alldort die Kirchen und
H. Oerter besuchet. Nach solchen sich wieder zurck gewendet/ als
er nun schon aufdreyMeilnahendzuseinem Heimat hinzu kommen/
mercket er crst / daß er sein höltzernes Taschen Messer zu Rom in ei-
nem Wirthshaus vergessen, kehret derowcgen wieder um/reist wieder
zuruck/daffelbe abzuholen.Diß ist wol ein grosser Narr/sagten die Ab-
gesandten/ den müssen wir uns mercken/ schrieben ihn alsobald auf/
nourien seinen Namen samt seinem Heimat in ein Täfelein.
Sie reiseken weiter fort/ und troffen unterschiedliche Narrenan/
von welchen zu meldcn/der Platz zu wenig werden würde.
Noch aber über diese seynd die Roman - Närrinnen/besonders
und in lhecis cinzuschreiben/ als welche die edleste/kostdarsteZeit mit
lauterLesen/Seufftzen/undVcrwnndcrn zubringen-Da sieuichts an«
ders in Händen haben als lauter Lügen /erdichte Sachen/ die sich nie
zugelragen haben, Bey ihnen wird mehr eine däsiulma.kromsna,
Li r /rra-
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