Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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L7L Die super-kluge Närrin.
gerechter Pfenning auch einen gerechten Groschen friffWer hatdm
Propheten ermahnet? wer hat gemacht daß er nicht um das
Zeitliche und ewige Leben kommen ? wer ? sag an? wer? nicht der/wer?
nicht der/ sondern die / die Eselin / welcher GOtt wunderbarlich cm
Menschliche Jung ertheilt/ wodurch der geitzigeProphete von sei-
nem Untergang erhalten. Es gibt viel grobe Knispel / welche ihre
Weibernur Bestien pflegen zu ciculiren/aber still/ und noch einmal
still ihr unartige Goschen / manches Weib ist eine gute Bestia/ und
ein solche/ durch die GOtt derAllmächtige redet/absonLerlich/wann
sie euch vom Dösen abhaltet und zu allemGuten leitet/musr und mu-
üer ftynd fast eines Namens/wreviel taufendManner seynd durch der
Weiber gute Ermahnungen zu GOtt kommen / zum rechten Glau-
ben kommen/ ja gantzeLänder und Reich seynd durch sie bekehret wor-
den/wie solches in allen Chronicken sattsam zn finden ist.
Das ist alles wahr / so lang einFrau bleibt in ihreuGräntzen/
und Weiß / Laß sie die andere Person im Hansi aber nicht die erste ver-
werten solle / wann ein Weib aber gar zu geschcid und super klug seyn
will / so ist sie eben so wenig zu schätzen / als wann sie eine halbe När>
rin wäre»
Also sehen wir auch/ daß viel Räch und Einschlag / so die Wei-
ber geben selten wol hinaus langeu/nach dem gemeinenSprichwortt
Weiber Regiment/nimmt selten em gutes End / und wollen solche
doch nur lüp^r-nnd über klug seyn. Ach! weit geHhlet. DieseWeibee
seyn eben diejenigen / denen die Männer das Regiment überlassen»
Aber Muy der Schänd! daß man jetziger Zeit so vielMänner/bessee
zu sagen/so viel Weiber-Narren antrifft / welche sich wie em Garn-
Haspel nach ihrer das Regiment führenden Weiber Wslgefallen last
sen hinmnd hettrerben / zittern vor ihnen wieeinnafferBudel-Hund.
O wie Vie! gibt es chlche Narren/welche ihren Frauen gern denRe-
gunents-Stab überlassen/und den Besen in die Händ nehmen/ wor-
mit sie sich zur äussersten Sclaverey ihrer Weiber Fussen werffett. Ja
manche solche Narren springen durch die Reiffwre die hungerrge Du-
debHund / wann es nur ihre liebe Frauen verlangten. Es Hanger
man-
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