Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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r»4 Die Schuld-machende Närrin.
das Silber wol gut/ oder das Gold nicht falsch seye/ die Arbeit ist fer-
tig / aber der Beulelist zu klein/dcuGoldschmidr zu befriedigen/dero-
halben fängt die Undanckbarkeit an zu tadlen / als wann man mit
Schmähten auszahlen könte. Wäre demnach nichts beffers zu wün-
schen/ als daß der Beutel so wol der Prob hielte/alsSilber undGold
bey der angefrimden Arbeit.
Also ergehet es gar ost denen Herren Gastgebern / welche Tag
und Nacht geschleppet seyn/Tag und Nacht aufwarten/ bey Tag und
Nacht ihren Bedienten befehlen/ die Herren Gäst zu bedienen/ wann
es aber zu der Bezahlung kommt / da Heist es / der Wirrh hat ein dop-
pelte Kreiden gebraucht / der Wirth hat Wasser unter den Wein ge-
schüttet/ der Wirth hat den Pferden kein Futter geben/ der Wirth ist
ein Schelm in derHam/einErtz Dieb/ ein Galgenvogel / der Wirth
säufst ein Maaß nach der andern/und läst alles dieGäst bezahlen/und
dieses alles nur derowegen/ dieweil der Wirth nur redlich und ehrlich
will bezahlt ftyn/ nurderowegeo/ dieweil mehr Creutz seynd arifdie
Spän geschnitten / als ein solcherTag-Lap in der gantzen Wochen
harLatterunsergebettet.
Also ergehet es oft manchem Fleifchhacker/ wann er esst ein gan«
tzes Monat Hal den besten Brust Kern in das Hauß geschickl/und die
besteLmim-Scitkn manchem zukommen laffemda will man ihn wann
er die Bezahlung begehrt/mit dem Rindern-Schlegcl auszahlen/ mit
Schftn Füssen zertretten/und die ungewaschene Kuttl-Ileck um das
Maul schlagen.
L> Schuldenmacheriu wo druckst hin?
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