Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Dis Schelt-Närrm. _ ; i f
^^ste^dlr^Heil.Jnmntzus und Hilanon ihr Patron gewesen/
wann ihcMureen und Kurren-Schellen anhätte/ so rhar maus durch
die gantzs Stadt hören/ wo fthlrsd was d hab ich nicht Ursach zu mur- .
ren? sagt sie/ems versiuchre/vermaledeyte/verdammte/vergiffte/ver-
lozens/vermessene verkehrte/verzweiffelte/ verbamts/ verschalckte/
verleuffelte/verwirtts/verwegene/Vsrruchte Jung (Frau ihr habt em
gu Gedächwuß) har mir die Ehr abgeschmrren/und soll ich ult mur-
ren dich komm unschuldiger Weiß m bas Geschrey / als Häm ich zu
dem Buchstaben E. das Z. gesetzt/ mein Mann eyftrt anjetzo mir mir
und darffich mich bald weniger sehen laffeu/als einPalm-Esel/GOrt
sty s g- klagt/ich wolt ich wäre unter der Erden (der Wein Keller ist
auch unter der Erden) warum komm ich armseelige Veromea so un-
schuldiger Weiß um meine Ehre? O mein Frau / hört auf zu mur-
ren / sonst setz ich euch ms MrremRegister/ der letzte Weynacht-
Feyertag ist halt euer Geburts-Tag / Ec feyd nicht so unschuldig/wis
ibr euch embilbet/ fetzt euch ein wenig nieder / schaut nm deß Lochs
Weib ein wenig zurück in verwichene Jahr/ümblättert em wenig Las
kroMLoU eures geführreu Lebens / da Werder ihr finden/ daß ihr nicht
Ursach habt zu murreu/sonderu / daß euch recht geschehe/ und GOtt
dlß Übel der bösen Nachred billicher massen über euch verhänge/ dann
ihr sott wissen / daß wr darum unschuldiger Weiß in ein so übles Ge-
fchrcy kommet/ Wei! ihr vor vielenIahren auch einer ehrlichenFrauen
Heu gmeuNamen genommeu/spötllich und ehrabschnciderisch von ihr
gecedt/ und eine üble Ehe mit ihrem Henn verursacht/darum Ziehet
die Hauben von den Ohren hinweg/ GOTT misset euch eiu/wie ihr
H M aus zemessen murret dahero nicht wider GOtt / sondern gebens
eket/ daß ihr es nicht besser gegen GOtt und euren Nächsten verdie-
net habt.
D ie Ursch! fangt auch an über ihren Mann zu schelten: es wäre
bald Noth/daßich meinem Mann alle Tag die Pfeiffer bestellte/ da-
mit derfinstereLümmel nur einmalmdemIahr ein liebliches Gesicht
machte Er hat ein paar Lefftzen / als wie die »»gewässerte Plarteis-
ftn / und henckr ein paar Obren herunter/ wie die verselchtePLckelhä-
R r 2 ring/
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