Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Die Gottlose Närrin.


Wie nm eine Cron nit allem vom Gold/sondern von allerhand
Edelgestein und Perlen gezierek wird/ also soll auch ein Tngendsame
Haußsrau die allerköstlichsten Edelgestein in ihrer Cron führen.
Erstlich den alleredelsten Stein Diamant / welcher beständig
wwer Feur und Eisen aushält/dadurch die Gottesforcht/ Hoffnung/
Lrebe Gehorsam gegen den Mann/ re. bedeutet wird.
Zum andern/ das edle Perlen der Zucht und Schamhafftigkett/
daß gleichwie das edle Perl vom kühlenHimmels Thau in reinemLel-
be der Meer-Schnecken durch Würckung der Sonne gezeuget wird/
also auch ein tugensam Weib die Zucht Perle der Keuschheit in ihrem
Hertzen / durch die kühlen ThamTröpffieiri des; Heiligen Geistes/
und durch die Sonne der Gerechtigkeit IEsum Christum erzeuge.
Zum dritten/den Magnetstein der Haußlichkeir/ daß gleichwie
derselbe das Eisen an sich zieht / also anch ein ehrlichesGemahl mit ih,
ren lieblichen Worten ihren Mann an sich zu ziehen wisse/ daß sie ihn
allezeit frölich mache.
Zumvierdten/denSaphier deß Gebens/daßgleichwie derSa-
pbier eine schöne durchsichtige blaue Himmelsfarb hat / also auch ein
Gottsförchtiges Weib mit den gläubigen Geben durch den Himmel
dringe/und ihninallenRöthen Hülffund Schutz anruffe.
Zum fünfften/den Rubin der Liebe gegen GOTT /gegen den
Nächsten / und gegen ihrem Mann / daß gleichwie der Rubmroth
und durchsichtig ist/und wie eine glüende Kohlen scheinet / also auch
deß Weibs feurige Liebe gegen obgemeldte drey okMa leuchte.
Zumsechsten/denSchmaragd der Keuschheit / daß/gleichwie
der Schmaragd die Unkeuschheit nicht leiden kan/ also auch em ehr«
lich Weib der Unkeuschheir von Hertzen femd seyn/ hernach wird ,;e er,
ne Crone seyn / ja auch am Jüngsten Tag eme solche zu
gewarren haben,
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