Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Die träumende Närrin.


Er natürliche Traum wird Zum öfftern von den unterschiedli-
chen Geblütvorgebildet. Es träumet manchem/ erhübest-
neu ernstlichen Befehl vom Türckifcheu Kayser / unter Kopff
verliehren/daßeralleMaußlöcherdsrgantzenWcltmitjctzigerTtLU
und Redlichkeit solle zustopffcn / und dafern eines offen bliebe / werde
man von dem Baum seines Leibs den Glpffe! Mutzen! in was Zeng-
sten befindet sich nicht solcher ? diesen Traum aber verursacht das ms-
IsncKolischeGeblür. Emcn andern träumet gautz lebhasst / wie das
Meer / in welchem der halsstarrige König Pharao ersoffen / sich mit
dem Rhemstrom verheyrakh/ und haben auf derHechZcir allegmß der
gantzen Welt getantzk; diesen Traum brüten ausdieplMmM-be
, und die übrige Feuchtigkeiten. Einem träumet / er stie-
ge mit schnell-eysrigen Flügeln über den gantzen temschen Boden/ al-
lem ftyen ihm etliche Federn ausgefallen / als man so erbärmlich ge-
schossen Zn Straßburg / wie selbigeVestungAnno 168i.erobert wor-
den/diesen Sraum verursachen die wkrtte , und trnebene
(^omplexio^ - r ß Menschen. Solche Träume zu ZNäcomiren/ ge-
het eigerttlich die erfahrne ^eäiLO8 an / woraus sie dann / als aus ei-
nem warhaff-igLN Zecher gantz scheinbar können abnehmen / Wiedas
innere Uhrwerck der Menschlichen Gesundheit beschaffen seye. Noch
andere natürliche Traume gebühret die unruhige Phantasey h§ß
Menschen / als welche fast mema! keinen Feyrtag haltet / und proro-
collwt bey nächtlicher Weil dasjenige / in wen sich einer deßTags am
mehrlsten beschäfftiger. Als einem Jäger träumet / wie er in einem
fruchcharen Erchen Wald ein wolgewaffneees Wild-Schweman-
träffe / dessentwegen mitten im Schlaff aufschreyetchuy Sau / daß
auch das Weid darüber erwacht / und fragt: Mann / was wilst? ei-
nem Mahler träumet/wie er eine wofgestalreDama in einem prächti-
gen Auszug mit sonders emsigen Kemsel abmahle/ und als'er auch
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