Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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r9v Die ungehorsambe Närrin.

hergegen die Weiber freundlich und friedlich daheim bleiben / und an
statt des Tödtens viel Kindergebähren. Wei! derowegen dem also/
Laß die Manner nur die Welt mindern / die Weiber aber die Welt
vermehren/ so sey es nicht Mich/Daß die Weiber den Mannern un-
tecwürffig seyn solren/dann weder dasGöttliche noch menschlicheGe-
satz bringetmit/ das ein närrischer Mann frey und ein Herr ein vor-
sichtiges Weib aber eine Dienerin seyn solte. Auf dieses jetztterzehlte
FundamentverordnerendievonAchaja / daß diese Männer gehorfar
men/ und die Weiber herrschen sollen/ immassen eiucarcku; in seinem
Buch cle eoQlojZtione meldet / also daß der Mann das Hauß keh-
ren/ die Becher zurichten/ waschen/ reiben/ Tisch decken/ kochen/ und
Wasser tragen müsse / hingegen das Weib das Hauß regierte / alle
Geschäffteverrichcete/und dasGeldunree Händen hätte / imFall
sie auch etwan sich erzörnete / und der Mann ihr einreden wolte/ daß
alsdann sie Hand an ihn legen dörffte. Und daher entspringet das alte
Sprichtwort/ welches von vielen gelesen / aber von wenigen verstam
den wird/nemlichen Vicadas heist/das AchaischeLeben dann
wann ein Mann zu Rom sich von seinem Werbe meistern liesse / als-
denn pflegten sie zu sagen: ziehe hin in Achajam / da die Weiber über
die Männer herrschen. klinm8 schreibt und strafft kabacum seinen
Freund / umb daß er sich von seinem Weibe allerdings regieren ließ/
mit nachfolgenden Worten : (2uo6mev2l6epi§6c, eli ^uoci cu to-
Iu8 KOML POÜ65 vicz als wolte er sprechen: das mich am
allermeisten auffdich verdriess / iss / daß du allein der jenig biss / der zu
Rom auff AchaischeWeise lebet. guim; Ogpicoimus erzehlet / was
Gestalt earaLcNa sich in eine sthöne Persische Jungfrau
verliebt hatte/weil er sie aber nicht erlangen kume/ versprach er ihr/
daß er mit ihr leben wolte auff die AchaifcheWeise/die Jungfrau aber
erzeigte sich mit ihrer Antwort verständiger / als er mit feiner Zusa-
ge/daß sie sich nicht gedencke zu verheyrathen/auch lieber eine Diene-
rin seyn wolte der Götter/als eine Frau über die Manner.
Bey dieser Zeit will fast ein Regel entstehen / indem die Weiber
anfangen zu regieren/und wollen die Herrschafft nicht allein über das
Hauß/
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