Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

Page: 398
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/abraham1713/0584
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
;ZS D!e»tttc->u!iNäecm.
den und verwunde». WaSLerowegen unser Verträulichkeit anbe-
laugt/ folgt diß zur Antwort r Las; ich dir mein Schlang mein Leben-
lang weder glaube noch traue/ du magst seyn wer duwilst/ so werd ich
doch mit dickem Gemeinschaffcmachen.
Viel Weibs-MLer haben sich in grossen Schaden durch das
Trauren gestürtzt und gebracht / und wäre manchem Glückgescssen/
wann sie ihre Heimlichkeiten nicht hätte offenbahrek.
In einer vornehmen Stadt in Oesterreich ist eines wolhabenden
Handelsmann FraumitTodt sbgangen/ Las Dienst-Mensch / so ei-
ne geraume Zeit im Haust / wüste das schöne Vermögen ihres Herrn/
und kunte beynebenst leicht erachte» / daß er zur andern Ehe schreiten
würde / zumalen «rin besten Jahren / und der Hauß-Wirthschafft
vorzustehen allein nicht mächtig wäre/ ließ ihr also einfallen / daß es
nicht übe! stunde / wann sie auff diesem Marckt kunte die beste Waare
ertappen/ weilihr aber die eigene Armuth alle Hoffnung abgeschnit,
teu/als gedachte sie die Sach mit einem Fund und Arglist durchzutrei-
den/ist demnach da/undvertrin bey nächtlicher Weil die Stell eines
Gctstes/machtzuwcilen etnGetöß/lässet klägliche und tieffeSeufftzer
hören / welcheSdemsrommenWitlibermchrmalendenSchlaffbe-
nommen/und nicht in geringe Furcht u»d Destürtzung gestellc/sogar/
daßerauckdieSach weiter gebracht/ und hierinufalls einen Rath
gesucht bey denen Geistlichen / welche dann ihne mit allerley geweyh-
reu und heiligen Sachen versehen/ auch vorgut befunden/ ec soll nach
vecrichter vollkommener Beicht und Commumon ohne Scheu den
Geist fragen/wcr er seye? was er verlange ? welchem allen der gurr
Mann fleissig nachkomme» / und sobald hieranff bey der Nacht der
Geist sich wieder angemeldt/fragt er (zwar nicht ohne Zttkcru) wer er
seye? Ach! wäre die Stimme des Geistes/ich bin deine ohnlängst
verstorbene Ehegemahlin. Ob ihr zu heiffen/nnd wie ? fragte er wei-
ter: ach frcylich! ich lcyde in jener Welt unermeßliche Peyn und
Ö»aal meiner begangenen Sünden halben, und kunte leicht durch die
Gütigkeit Gottes aus diesem so peinlichenL eecker erlediget werden/
wann Lu in deiner küvfftigeu Heyrakh nicht wurdest ansehe» die fchnö-
loading ...