Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Die versoffene Närrin,

Der grosse Patriarch Abraham schickte einst seinen Hoffmaister
anß/ seinem jungen Hmn/ demJsaae/ eine Braut auszusuchen / ex
LaberbmeKbcr eiueabf0ttdexIiche!niiru<Iio^. daß er sehr behutsam/
und mit mSglichister Vorsichtigkeit verfahren solle / und sich nicht
Kleich in die nächste auffgebutzte Docken vergaffen.
Der verständige Hoffmeister Namens fängt dieSache
mir GOlt an / und besticht dem Allerhöchsten dieses sein wichtiges
Geschafft / beschliesset auch durch Göttlichen Einschlag bey sich selb-
sten jene zu erwehlen/dero Reichthum in rühmlichen Sitten/und lob-
würdigisten Tugenden wurde bestehen / setzet sich demnach in Meso-
poramia äusser der Stadt Nahor bey einem Brunnen nieder/zn sehen
was für Mägdlein heraus zum Wasser giengen. Wie zum Wasser/
sucht er dann keine aus in einem Wirths-Haust/ oder die etwan mit
Keller-Schlüsseln zum besten Wein in dem Haust herumb schelkrt?
Nein ! nein l will keine versoffene Taundel yaben/darumben
suchet er solche nur bey dem Brunnen und Waffer-schöpffen aus / wo
er sie auch gefunden/undRebeccamauserküftt.
Ihr Jungfern! einevor euch/ woihrauzutreffenseyn
sollet / nembiich bey dem Wasser-Krug/ und nicht beym Wem-
Gerränck. ,
Merckts!


Die
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