Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

Page: 444
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/abraham1713/0652
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
444 Die zärtliche Närrin.
Hcsmribl, wünsche von GOtt gesegnet zu seyn / indeme das Jawort
keinerseits erstummet: Mercke aber hiemit / und unterlasse nicht
GOtt zu gehorsamen/ welcher begehret/ coli-umz-uimmmum,
quem chliKis, opffere GOtt auffvorgemeldte und mehr andere Ma-
nier deinen Leib/als den Cingebohrnen den du liebest: auffdieses coii-
svlget das kencöicgm.
Eine zärtliche Närrin / weilen ste ihre» Leib und Willen nichts
will zu wider thun / wird hart das Leueckc-m ererben. Sie mache
dann diese Rechnung: Es sey zwar das Himmelreich der unermäß-
lich-groffeGnaden-TempeldesDreyeinigen GOtteszniemand aber
habe alldort den vollkommenen Ablaß des seeligen Freuden-Lebens
zu gewinnen/ wer nicht vorhin zum öfftern mit der Buffe seye zu Spf-
fergangen. Es seye zwar das Himmelreich sein eintzigcs wahres
Vatterland / und die Welt nur der Gangsteig feiner Wanderschaffc/
nur die Landsgebräuchige Tobten Straß dahin: Er aberkönneam
Tag der gefährlichen Todren Reiß dasselbe glorreiche Vatterland
nicht erreichen/woferne er nicht beyLcbens ZeitenAnstalten durch die
Buß voraus schicket/und unter begleider Dußwerck nicht sollte dahin
geeilet haben. Zu diesem End/ ?«n>renrism sgice.verehrre er die Buß
allzeit mit der kr»cc<lcn2 des Vorgangs / cs seye ihm solcher
Gestalten am gewissesten in den hohen Himmel
auffzufahren.
loading ...