Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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speiß unnd tranckh täglich herab in die stadt getragenn ist wordenn,
Vom gesint und andern, so man hieunden gespeiset, weil sie nit alle
zu Hoff gesetzt und traktirt werden khönnen) über eine Tonne Gold
gekhostet.
Alles mit nicht geringer Khlag, beschwernus unnd Unwillen der
armen Underthanen, Bevorab da sie vermerckt, daß das lanng
zuuor erschollene Landgeschrep, ob solte nemlich Frewlin Christina des
Churfürsten Schwester, dehm silngen Graff Johansen von Nassaw ver-
mehlet werdenn, falsch unnd nichtig gewesenn, uff welchen Fahl Sie
dann Ihrer sage nach viel guttwilliger unnd besser zufrieden gewesen::
weren. Den Jhenigen obgemelten aber, welchen diese Hochzeitten ge-
halten wordenn, Ist solche Zusammenkunft gar wol bekhommen, dann
Ihnen sambtlich vast uff die 3000 gülden zu solchen Ihren Hoch-
zeitten verehrt wordenn.
Dt sic nos oäimus, lüliimus, luckimus, euiitainus, saltumus,
^auäemus, p>6rp6tua<^u6 Iiaellunulia eslsdrarnus, Ilions 6t Sai-
sons I>onn6 eüisrs ,sonrs et nuits, Interea äuin Irotres nostri
et sorores in ckivorsis loeis piorant, eontristantnr, patiantur,
rnoriuntur, errptivi aülucuntnr ntc^ne a Vnrcis, Dispanis 6t
aligs üostiüns in exiliuin ^elluntur et c^uam miserriine altli-
^nntnr. Dati seilicet sortishne nostrae lutnrne neseig et omniuin
salnlieri-iinnrum aclinovitioneni eontewptores seeurissimi. In
snmmn: Wir bekhimmern unns Leider seher wenig umb den schaden::
Josephs.
Nota, bei den obgemelten Hochzeitten feint an Wein uffgangen
DXXXIII. (83) Fuder. 4)
l>. Sonsten aber feint bei diesem Fest zwen Morde geschehen,
der eine den 8. December an Einem Buchdruckergesellen aus Meichsen,
Einer Witfrawen daselbst einigen Sohn, welcher trunkens Weins abents
uf den Gassen Arossironcko lüoma.6 Dlaurors deß Nicolaus zu
der Newenstadt an der Hardt allhie zu Heydelberg studirende Söhne,
als Sie von Jrem Disch zu Haus in Ire Herberg gehen wollen, ohne
4) Dieser Erzählung beigegeben sind 2 Aquarellbilder: 1. Fußturnier, zwei
geharnischte Ritter zu Fuß, die mit gesenkten Lanzen einander gegenüberstehen.
2. Kübelftechem: zwei geharnischte Ritter zu Pferd, deren jeder statt des Helms
über den Kopf einen Kübel gestürzt hat, der mit Augenöffnungen versehen ist.
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