Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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einige Ihme gegebene Ursach mit bloßer mehr ahngefallenn und uff sie
zugestochen unnd gehauen dermaßen, daß Sie Ihme entlaufen müssen,
undt mit mühe in ir Losament Meister Abrahams Eines Schneiders
auf dem Kormarck allhie Behausung entrannen feint, dahin er Ihnen
mit grossem grim nachgeeilt und die Hansthür mit Gewalt erüffnen
möllen. Darüber er dan oben aus den: Laden heraus mit einer
spelter Holtz us den köpf gemorsten morden, daß er in wenig tagen
hernach gestorben ist.
e. Der Ander, An meilandt des Edlen Heinrichs von Haen ti-
sch uchs heim Sohn, den er neben Einer Dochter im Leben hinder
sich gelassen gehabt, Einen Jüngling von ungeferlich 16 Jaren auch
einen Eintzigen Sohn Seiner Mutter, so gleichfalls Eine Wittib,
undt Er der letzte Seines Stammes unndt Namens gewesen, welcher
den 2l. DecembrisH Nachts zu Hoff Eines Wehrtausches halber mit
dem Hirschhörner von Zmingenberg uneins undt stössig wor-
denn, der Ihm hernach hierunder in der Stadt uf dem Marck tü-
ckischer weis unversehens unndt gantz unredtlich oben am dicken theil
des Schenkels so tief hineingestochen, das das wher beinahe unden
am Knie wieder herausgegangen, unndt Ihme das wher also im
Schenkel stecken lassen, daruff als der von Handschuchsheim zu Ihme
gesagt, Zweigenberger Du hast mich gestochen wie ein Schelm aber
ich will dirs verzeihen, ziehe mir das wher wider heraus, ist er her-
zugelauffen unnd hat Ihme erst dasselb gantz grausamer abscheulicher
Mörderischer weis in den wunnden herumbgedreet und Ihme also
damit die Adern alle zerschnitten, das man hernacher das Blut nit
stillen können, dergestalt, daß er in die 20 tage lang große Qual
erlitten unndt endtlich den 31. Decembris in unsäglichem schmertzen,
mit großem Durst, nachdem ein hitziges Fiber darzugeschlagen gewesen,
in gedult Stil unndt christlich verschieden und den 8. Januarij des
1601 Jars Nach Mittag umb 12 Uhre von hinnen aus mit großer
Solennitet über die Neckarbrücke beleite fürters nach Händschuchsheim
gefürt unndt daselbst mit Schilt unndt Helm als der Letzte Seines

5) Aus dem Nachfolgenden erhellt, daß eS hier eigentlich 11. December
heißen sollte; vielleicht eine Verwechselung der Zeitbestimmung nach dem alten
und neuen Calender.
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