Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Geschlechts, beineben den: wher damit er gestochen gewesen, stattlich
begraben worden."
Nachdem hierauf das Beilager des Claus Heinrich von Eberbach
aus Erfurt, churf. Canzlers mit Amalie Beiserin von Ingelheim, des
Heinrich von Handschuchsheim nachgelassener Wittwe, die Jenem
80,000 fl. an Häusern, Gütern u. s. w. zugebracht, auf des Chur-
fürsten Werbung und die Hochzeit der Genannten am 12. Mai 1601
zu Handschuchsheim erzählt morden ist, fährt der Bericht fort:
„Nachdem zuuor der Mord Ir der Frawen Eintzigen Sohnes
mitt dem Zwingenbergischen Hirschhörner vertragen worden, der-
gestalt das Hirschhörner 2000 Gulden zu Stipendien armer Studiren-
der Jugend anzuwenden, wie auch 2000 Gulden ins Almusen erlegen
und dan solche Missethatt dem Churfürsten mit Einem Fußfall ab-
bitten, auch Einen Eid leisten soll, die tag seines lebens nimmermher
ermelter frawen des entleibten Mutter under Ire Augen, noch da
Sie..." Hier bricht die Erzählung ab und es wird nur noch beige-
setzt, daß Heinrich von Eberbach wegen allzugroßer Strenge und Hin-
derung der Religion seines Dienstes als Canzler am 31. März ent-
lassen wurde.

XXIV.
Heidelberger städtische Verhältnisse und Zustände im
18. Jahrhundert.
Der Stadtrath.
Als im Jahre 1685 die evangelische Linie des pfälzischen Für-
stenhauses, Simmern, ausstarb und dafür die katholische Linie,
Pfalz-Neuburg, an die Regierung,des Churfürstenthums kam,
machte sich diese Veränderung nicht allein in den eigentlich religiösen und
kirchlichen Angelegenheiten bemerklich, sondern in allen andern öffent-
lichen, ja selbst in den Privatangelegenheiten, in der Weise, daß die
seit Einführung der Reformation in der Pfalz durch Churfürst Otto
Heinrich, im Jahr 1556 allein herrschende evangelische Confession
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