Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Uff den Sontag nachmittag haben scharf gerennt der Graue von
Gleichen Sigmund unnd Stephan vonn Schaumburg, do ist der
Graue gefallen. Hernach hat Fridrich vonn Dalberg mit ainem vonn
Stein gerennt unnd seind bed gefallen.
Druff hat mein gnediger Herr, Herr Hans vonn Seckendorf mit
Hans vonn Stein gerennt unnd drey ritt gethon unnd den ersten
ritt vollbracht, wie hier umb verzeichnet ist, den zwoten ritt haut die
Herren bed gevehlt, in: dritten seind die Darzen hinweggegangen.
Hernach hat mein gnediger Herr mit Balthas von Schwarzburg
gerennt, unnd drey ritt gethon. Im ersten ritt seind die Herren
bed besessen, im zwoten ritt hat der von Schwarzburg die Darzen
verloren, im dritten ritt seind die Herrn bed gefallen, wie hieumb
verzeichnet ist.
Hernach haben noch viel Herrn thurnieret, darunter der durch-
leuchtest Pfalzgraue selbsten, auch mein gnediger Herr hat noch drey
rennen gethon, unnd fast obgesieget. Druf ist der Abendtanz ge-
halten worden, worauf sich ain ider in seine herberg begäbe.
Uff den montag wurd ain umritt in der Statt gehalten, unnd
sah man uiel prächtiger Decken unnd Ristungen, unnd das frauen-
zimmer prunkete in kostenlichen fchauben, uff prächtigen rossen.
Item uff den Zinstag ist ain Scharfsinnen im Armetin ge-
halten worden und haben gerennt der durchleuchtig Pfalzgrauv Philipps
unnd Herzog Georg unnd seind bed gefallen.
Hernach haben Hans von Drat unnd Heinz vonn Schaumburg
ain gut rennen gethon, unnd seind bed sitzen blieben.
Item mein gnediger Herr unnd Wolfs von Barsperg. Unnd
hat der von Barsperg gewankt, mein gnediger Herr aber ist sitzen
blieben.
Item hat mein gnädiger Herr mit einem von Berlachingen ge-
rennt unnd hat der von Berlachingen die bügel uerloren, meinem

5Y Das beigegebene Bild zeigt, wie Seckendorf den von Stein abwirst und
wie diesen sein Diener auffängt. Darzen find die Schilde!, welche noch über den
Bruftharnischen angeschnallt wurden. Die Lanzen hatten bei diesen Rennen vorne
scharfe Spieße, welche durch jene Schilde drangen und sie wegrissen.
Beide Herren liegen mit ihren zerbrochenen Lanzen am Boden neben
ihren Pferden Der Text zu beiden Bildern ist neuer.
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