Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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gnedigen Herren aber ist die stang gebrochen, wie hieumb uer-
zeichnet ist.
Uff den nachmittag ist teutschstechen geweßt unnd Hai mein
gnediger Herr 5 ritt gethan. Den ersten ritt hatt mein gnädiger
Herr mit Wilhelm von Gebsattel gethon und seind die Stangen
brochen. Den zwoten Ritt mit Erhard Gebsattel und seind die
Stangen brochen, den dritten unnd uierten ritt mit Jörgen vonn
Roßperg unnd seind die Stangen prochen, den fünften unnd letzten
ritt Mattheis vonn Giebelstatt, unnd ist der von Giebelstatt gefallen,
mein gnediger Herr aber sitzen blieben, wie hieumb uerzeichnet ist.
Uff den mittichen ward Schaw unnd Helmthailung unnd ist ain
groß fewerwerck uff die nacht abebrennt worden. Auch wurd die
statt uon der burgerschaft fast schön beleuchtet, unnd was ain groß
fröhwlichkeit unter dem pöfel, das weret bis in die spat nacht, do
hetten die schaarwachen uiel Hendel unnd rawfen zu weren, auch gab
es uiel blutige Köpf.
Item. Als der tag wollt anbrechen wurd uon den constable
ain ganze stund lang aus den Stucken geschossen, daß die fenster er-
zitterten, auch wurden uon hundert Nohrschitzen fünf snlven uff dem
Schloße abebrennt, unnd zogen dieselben unter tommen unnd pfeiffen-
schall durch die Statt, worauf sie sich zur linken seiten uor den
schrancken uffstelleten. Zuer rechten seiten stunden ob die dreihundert
burger im ganzen Harnisch mit sahnen unnd hetten ihr haubtleut
und leutnambt Pirett mit weiß unnd plawen federn. -^)

Enthält das Bild dieses Rennens. Als Anmerkung ist am Rande des
Textes ganz in neuer Zeit beigefügt: „Im Anhang findet man die verschiedenen
Arten von Stechen deutlich gezeichnet, wodurch man erst den rechten Begriff von
der Art und Weise der Alten zu turnieren bekommt. Rüxner in feinem 36. Turnier
spricht sich nicht aus, oder beschreibt eigentlich die Turniere nicht, er zählt uns blos
eine Menge Namen von Adelichen für, ohne weiteres von ihren Thaten zu schreiben."
Die Zeichnung enthält die Darstellung dieses letzter» Rennens Am Rande
des Textes steht die ebenfalls in neuer Zeit beigefügte Bemerkung: „Wahrscheinlich
ist das Teutschstechen die älteste Art von Turniersbewaffnung gewesen, und früher
die allein übliche Art zu thurnieren in Deutschland und den Nachbarländern."
Barette mit weißen und blauen Federn. Beigegeben ist die Darstellung
der Schau-- und Helmtheilung: Vor einer Schranke steht ein Schiedsrichter, dem ein
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