Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 88
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nung nach sehr ungebunden, und fein war) :
diese Eigenschaft nicht verlieren könnte, ohrck
daß'sie zu sein aufhöre, so folgerten sie daraus
die Unsterblichkeit der Seele; nur über das Schick-
sal der Seele nach dsm Tode waren sie nickt
gleich gesinnt und ihre Systeme, die sie über
Liesen Punkt halten, waren eben so viele Fragen
von Blinden über das sicht. Wir haben den
Vorcheil darüber aufgeklärter , und besser unter-
richtet zu sein. Die Schwierigkeiten, welche von
den Seelen der Thiere wider die Geistigkeit, und
Unsterblichkeit der Seele des Menschen herge-
nommen Zu sein scheinen, erschüttern die Vernunft
und den Glauben des Weisen nicht. Er ant-
wortet urcht darauf, wie gewisse Skolasticker,
durch die lächerliche blngereimtheit, die Seele
der Thiere feie nur Materie, weil sie bloß auf
die Empfindung eingeschränkt wäre, und nicht
dächte; er weis, daß die Sensationen, und das
Denken einerlei Prinzipium haben müssen ;
und daß ferner die Erfahrung es beweiset, daß
die Thiere nicht auf blosse Sensationen allein
eingeschranket sirck. Er räumt also ein - daß
die Thierseele wie die Seele des Menschen in
Ansehung ihrer Geistigkeit von gleicher Natur
feie, west es ungereimt sein würde, zu behaup-
ten , die Materie empfinde, und denke in den
Thie-
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