Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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ERNST PFUHL

Steinschicht einer kleinen Mauer hin, die wohl nicht frei stand,
sondern eine Stützmauer war. Hinter ihrem Nordende fand sich
im Schutt stehend der zerdrückte Unterteil einer kleinen the-
räischen Amphora. Hier hat also ein Grab gelegen.
Grab und Opferschicht 81 (77). Hart oberhalb des
Grabes 79 liegt ein Felsblock ; oben hinter ihm war der Schutt
ganz voller Scherben, von denen viele zusammengehören, also
offenbar aus einem zerstörten Grabe stammen, das in der Nähe
lag; andere vereinzelte haben sich mit dem abrutschenden Schutt
zahlreich hinter dem Block angesammelt. Unter diesen Umstän-
den unterbleibt hier eine Aufzählung der bemerkenswerten Fund-
stücke, die nur unten mit Angabe der Herkunft ihren Gattungen
zugeteilt sind.—Zu dem zerstörten Grabe wird eine ungefähr 1,2
m im Quadrat messende Aschenschicht gehören, die sich unter
dem scherbenreichen Schutt an dem Felsblock fand. Manche
Scherben mögen nachträglich in sie hineingeraten sein ; nach
Brandspuren und Anzahl sicher zugehörig sind die des korinthi-
schen Tellers M 1, der korinthischen Amphora mit Stangenhen-
keln M 2 und der jonischen Fussschale G 2.
Grab 82 (63). Das stark zerstörte Grab, von dessen Vorder-
wand nichts erhalten ist, lehnt sich rückwärts unten an den
Schiefer; weiter oben und südlich sind die Mauern mit Steinen
hinterfüllt; an der Nordwancl lag der Schutt der dortigen Ein-
zelgräber. — Von dem Inhalt sind nur die der Hinterwand nahe
stehenden Gefässe teilweise erhalten; dass viele zerstört sind,
lehren die zahlreichen Scherben im Schutte. Die Urnen standen
lückenlos dicht an einander ohne jede Steinpackung oder Unter-
lage; dafür war aber der Raum zwischen ihren Füssen mit über
vierzig Bechern und Kännchen ausgefüllt; in der Südostecke
waren diese in zwei Reihen über einander aufgebaut. Die Becher
waren in der Mehrzahl ; sie lagen meist umgekehrt, wenige
auf der Seite. Zu diesen Beigaben gehört vielleicht auch eine
schlanke Amphora, die nur Erde enthielt. Die anderen acht
nachweisbaren grossen Gefässe erwiesen sich durch den Inhalt
von verbrannten Knochen sämtlich als Urnen.
Im Folgenden werden die Gefässe ohne Angabe ihrer Lage im
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