Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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ERNST PFUHL

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braunem Thon mit glänzendem leuchtend braunem Firnis. Es
sind eine kleine Kanne mit kleeblattförmiger Mündung,
Beil. XXXIX 9, H. 0,052, ganz gefirnisst, ein ebenfalls ganz
gefirnisster A m p h o r i s k o s mit Stangenhenkeln,
H. 0,049, ein Kugelgefäss mit niedrigem Mündungsrande,
H. 0,047, von frühmykenischer Form und Verzierung mit Grä-
ten unter dem Flenkel und Streifen, die in spitzem Winkel zur
Scheitelebene herumgelegt sind, ein gestreiftes Schälchen
mit Schlingenhenkeln und ein flacher Teller mit hochge-
wölbtem Rande, verziert mit Streifen, schrägen Strichen und
mit Strichgruppen auf dem Rande (Dm. etwa 0,055).

Im Obigen ist die Mehrzahl der vereinzelt gebliebenen Ge-
fässe unbekannter Herkunft zusammengefasst. Nur wenige
kleine Stücke, die der Beurteilung gar keinen Anhaltspunkt
bieten, sind übergangen worden. Besprochen werden nur die-
jenigen, die zwar unsichere, aber doch beachtenswerte Bezie-
hungen zu bekannten Gattungen aufweisen.
Der Kessel 1 (Beil. ΧΧΧΓΧ 2) besitzt solche Beziehungen
zu den böotischen Gefässen, welche Dipylonware nachahmen.
Die Verzierung entspricht bis in die Einzelheiten dem jünge-
ren Dipylonstile ; die Form begegnet so und ähnlich an vie-
len Orten; in Böotien ist sie häufig. Der etwas körnige, aber
gute, orangerote Thon zeigt an einer beschädigten Stelle im
Inneren einen weissen Kalksteinbrocken, wie solche indessen
dem böotischen Thone nicht allein eigentümlich sind, sondern
auch anderwärts, z. B. in gutem Dipylonthone, bisweilen Vor-
kommen; über solchen Steinchen platzt der Thon leicht ab,
zumal wenn mit der Feuchtigkeit etwas Säure eindringt. Nun
entspricht aber Korn und Farbe des Thones genau dem der
von Wolters veröffentlichten böotischen Amphora (Έφ. άρχ.
1892 Taf. 10) und auch der Firnis ist nicht besser als der der
sorgfältigsten böotischen Get'ässe ; die Zeichnung ist sogar
nachlässiger. Da nun auch eine Ausfuhr böotischer Thonware
durch die Funde von Paros erwiesen ist—es wird sich dabei
freilich nur um gelegentliches Herumkommen einiger Töpfe
handeln —so darf man den Kessel frageweise als böotisch be-
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