Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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ERNST PFUHL

28, 42 ist eine Schwelle aus flachen Steinen vorhanden. Eine
Sonderstellung nimmt 98 ein : dort liegt die Thür am oberen
Ende einer dreistufigen Treppe ; sie besitzt ebenfalls eine
Schwelle. Einige Thüren müssen jedoch auch höher in der
Wand gelegen haben, wie Dragendorff eine solche beschreibt
(S. 95); bei den Gräbern 14 und 15 sind auch die Vorderwände
bis zu 0,4 bezw. I m Höhe erhalten, und doch finden sich nir-
gends Spuren einer Thür. Die Maasse der Thüren sind mit
wenigen Ausnahmen gering. Die Höhe ist nur bei Grab 3 mit
1,4 m erhalten; die Breite schwankt meist von 0,45 bis 0,6 m,
erreicht jedoch bei Grab 7 1 m, bei 89 1,35 m und bei 2 viel
leicht noch ein wenig mehr. Wenn auch diese Thüren mit
wagrechten Sturzbalken überdeckt waren, so muss darüber ein
Entlastungsdreieck oder-trapez vorhanden gewesen sein; viel-
leicht war auch ein spitzer Abschluss hergestellt oder eine Zwi-
schenform gewählt wie bei dem kretischen Grabe Mon. Line. IX
S. 403. Verbaut sind die Thüren zum Teil roh mit unbearbeite-
ten Steinen, die in einzelnen Fällen auf einer aus dem Schachte
eingedrungenen Schuttschicht ruhen (3,101), zum Teil sorgfäl-
tiger unter Anwendung grosser flacher Steine (zumal 54), end-
lich bei der Mehrzahl der Gräber mit den selben Steinen, aus
denen die Mauern gebaut sind, kaum schlechter als diese. Der
Schacht, dessen man meist bedurfte, um zur Thür zu ge-
langen— nur wenige in der Vorderwand oder doch an deren
Ecke befindliche Thüren können ganz frei gelegen haben —
ist nur bei 36 in die bauliche Anlage hereingezogen, indem
man die Fortsetzung der Rückwand im Bogen herumführte;
gewöhnlich hebt er sich von den umgebenden Steinfüllungen
oder Schuttmassen wenig ab. Bei den Gräbern 3, 28, 34, 41, 42,
46 endet der Schacht in eine Opfergrube.
Die Grösse der Grabkammern schwankt beträchtlich. Die
meisten halten sich zwischen ungefähr 1,2—3,5 qm Grund-
fläche; elf Gräber, darunter das Kuppelgrab 42 haben 4—8 qm,
60 hat ungefähr 9 qm, und 2 und 33 haben deren gegen 12.
Kreisrund ist nur das Kuppelgrab 42, dessen Bauart
im Ausgrabungsbericht beschrieben ist. Seine ehemalige Form
können die kretischen Gräber Amer. Journ. of Arch. 1901
S. 296—-298 veranschaulichen; der Hauptunterschied besteht
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