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EIN DENKMAL DER PARTHERKRIEGE

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Ich stelle, um nicht jede Einzelheit besonders hervorheben
zu müssen, auch im Worte kurz fest, was die Abbildung zeigt.
Der Krieger trägt an Schutzwaffen ausser dem eher ovalen als
sechseckigen Schild einen Schienenpanzer ; der Schulterschutz
ist nicht zu sehen, muss aber wohl nach der üblichen Form die-
ses Panzers aus Schienen bestehen. Auf Rücken und Schultern
liegt, vor der Brust zusammengesteckt, ein Mantel; der Hals
ist frei. Den Anzug vollenden Tunica, halbhohe Stiefel und ein
Pilos. Angriffswaffen sind ein recht langes Schwert mit beson-
ders grossem, fast für zwei Hände ausreichendem Griff, und
eine kurze Keule, am dickeren Ende mit mehreren Reihen run-
der Buckel, offenbar Metallnägeln, beschlagen. Die Deutung
auf eine Fackel hält genauerer Prüfung nicht Stand, ebenso
unmöglich ist es aber, darin den Stock der Centurionen, die
vitis, zu erkennen. Dieser Rebstock ist, auch wo er seine natur-
wüchsige Form der Eleganz zu Diebe verloren hat, doch immer
ein langer Stab und wenn er eine Verdickung hat, so liegt sie
am oberen Ende, beim Knopf, nicht unten.
Ein Legionär, überhaupt ein römischer Krieger gewöhnlicher
Ausrüstung, steht sicher nicht vor uns ; das lehrt schon die
Keule. Für die Erklärung ist nun der Fundort wichtig : Sparta;
ihn haben die französischen Forscher gesichert. Sie haben auch
schon darauf hingewiesen, dass der namentlich auffallende
Ausdruck στρατευσάμενος κατά Γϊερσών mehrere Parallelen in
Sparta hat. In einem Fall hat ihn Foucart (Le Bas Nr. 183 b)
zum grossen Teil ergänzt, aber mit einer an Sicherheit gren-
zenden Wahrscheinlichkeit : 3Αντίπατρο[ς. μυστα]γωγός
από Θε[ραπνών.] στρατευσάμ[ενος κατά Περσών; die bei-
den andern Fälle sind zweifellos: CIG I 1253: Νεικοκλής νέος,
δημόσιος, έστρατε(υ)μένος δις κατά Περσ[ώ]ν und CIG I 1495 :
Διοσκόρα χαιρε, έτη βιώσας είκοσι και εξ, άπελΠών δέ εις την ευτυ-
χεστάτην συνμαχίαν την κατά Πε[ρ]σών και έπανε[ρ]χόμενος έν Τερα-
πόλι έτελεύτησεν.
Von vorneherein möchte man alle diese Erwähnungen auf
einen einzigen Krieg beziehen, und genau gesprochen müsste
dieser Perserkrieg nach dem Sturz der parthischen Arsakiden
liegen, aber die Herausgeber haben sich mit Recht an dieses
Bedenken nicht gestossen und unter den Persern die Parther
 
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